Schüsse bei Verfolgungsjagd: Angeklagter will aussagen

02.03.2021 Nach einer Verfolgungsjagd, bei der ein Polizist zwei Schüsse auf das Auto des Flüchtenden abgegeben hatte, steht der Fahrer des Wagens vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten. Der 32-Jährige soll im Juli 2020 bei einer Kontrolle mit durchdrehenden Reifen angefahren sein. Ein Polizist habe eine Kollision nur durch einen Sprung auf den Gehweg verhindern können, heißt es in der am Dienstag zu Prozessbeginn verlesenen Anklage. Im weiteren Verlauf einer Verfolgung habe ein Beamter Schüsse auf die Motorhaube des vom Angeklagten geführten Autos abgegeben. Der Verteidiger kündigte eine Aussage seines Mandanten zu einem späteren Zeitpunkt an. 

Die Statue Justitia. Foto: Peter Steffen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der 32-Jährige soll bei der Fahrt durch Berlin-Neukölln unter erheblichem Einfluss von Kokain und Cannabis gestanden haben. Zunächst sei er bei einer Verkehrskontrolle den Anweisungen der Polizisten gefolgt, so die Anklage. Als er jedoch für einen freiwilligen Drogentest das von ihm geführte Auto an die Seite fahren sollte, habe er Gas gegeben. 

Einen Beamten habe er dabei mit dem Außenspiegel am Unterarm getroffen. Der 32-Jährige sei dann laut Anklage «mit erheblicher Beschleunigung» auf einen weiteren Polizisten zugefahren. Der Mann habe sich durch einen Sprung auf den Gehweg retten können. Bei einer anschließenden Verfolgungsjagd mit der Polizei habe der Flüchtende mehrere unbeteiligte Fahrzeuge beschädigt. Als er wegen eines Staus stoppen musste, hätten sich Beamte zu Fuß genähert. 

Ein Polizist schilderte als erster Zeuge, sie hätten den Mann aufgefordert, aus dem Wagen auszusteigen. Er habe seine Flucht allerdings fortsetzen wollen. «Er setzte vor und zurück, stieß vorn gegen einen Bus und hinten gegen einen Pkw», so der Zeuge. Sie hätten Scheiben des Wagens eingeschlagen. «Ich brüllte den Fahrer an, er setzte mit quietschenden Reifen vor und zurück», schilderte der Polizist. Einer seiner Kollegen habe schließlich geschossen.

Die Anklage lautet unter anderem auf gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, Gefährdung des Straßenverkehrs, Körperverletzung und Sachbeschädigung. Der Prozess wird am 9. März fortgesetzt.  

 

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