Handelsverband kritisiert Beschlüsse

05.03.2021 Der Einzelhandel in Berlin und Brandenburg wird aus Sicht des Landes-Handelsverbands keine Probleme bei der technischen Umsetzung der jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse haben - Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen hält die Vorgaben aber dennoch für verfehlt. «Technisch ist das für die meisten kein Problem», sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. «Die Frage ist nur, ob der Aufwand und der Nutzen in Relation stehen.»

Schaufensterpuppen stehen in einem geschlossenen Geschäft. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bund und Länder haben am Mittwoch einen Stufenplan beschlossen, wonach bei bestimmten Inzidenzzahlen ab Montag wieder in begrenztem Umfang Einkäufe im Einzelhandel möglich sind. Erlaubt ist dabei nur ein Kunde pro 40 Quadratmeter. Zudem müssen die Kunden online ein Zeitfenster für den Besuch buchen. Wegen eines Feiertags am Montag könnten die Geschäfte in Berlin somit ab Dienstag diese Möglichkeit anbieten, da die Hauptstadt die nötigen Inzidenzwerte derzeit erfüllt.

Das Brandenburger Kabinett will am Freitag über die neuen Corona-Regeln mit möglichen Öffnungsschritten je nach Infektionslage entscheiden. Dabei deutet sich eine landesweite Regelung von Lockerungen an: Wenn die Zahl neuer Infektionen zwischen 50 und 100 pro 100 000 Einwohner in einer Woche liegt, soll demnach ab Montag der Einkauf im Einzelhandel und der Besuch von Museen mit Termin erlaubt werden.

Busch-Petersen rechnet damit, dass viele Einzelhändler mitmachen werden. «Jeder greift derzeit nach jedem Strohhalm», sagte er. Die Häuser bereiteten sich «fieberhaft» vor und arbeiteten dabei auch mit IT-Dienstleistern zusammen. «Allerdings wäre eine einfachere, direkte Zugangsweise mit Quadratmeterregelung besser gewesen», sagte er. Die Online-Terminvergabe stelle einen unverhältnismäßigen Aufwand dar, der am Ende kaum Erträge bringe.

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