Dackel oder Känguru: Lukebakios Tor gibt Hertha Hoffnung

07.03.2021 Zwei wichtige Elfmeter hatte Hertha BSC zuletzt verschossen. Gegen Augsburg übernimmt diesmal Lukebakio kurz vor Schluss Verantwortung. Und trifft. Die Hertha atmet nach neun Spielen ohne Sieg wieder auf. Im Abstiegskampf kehrt das nötige Selbstvertrauen wieder zurück.

Augsburgs André Hahn (hinten) und Herthas Deyovaisio Zeefuik in Aktion. Foto: Soeren Stache/dpa POOL/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dodi Lukebakio musste in dieser Saison schon so manchen Vergleich mit der Tierwelt über sich ergehen lassen. Ob nun ein Dackel oder ein Känguru die größere Nervenstärke aufweist, dürfte in der Zoologie noch nicht erforscht sein. Für Hertha-Trainer Pal Dardai - einem selbsterklärten Tierfachmann - war diese Frage am Samstagabend auch sekundär.

Wichtig war nur, dass Lukebakio die Ruhe behalten hatte beim Elfmeter. Im Gegensatz zu seinen Teamkollegen Krzysztof Piatek und Matheus Cunha, die jüngst im Januar je einen Strafstoß verschossen hatten, traf der Belgier Lukebakio kurz vor Schluss zum 2:1 (0:1) des Berliner Fußball-Bundesligisten gegen den FC Augsburg vom Punkt.

Lukebakios Tor sorgte bei der Hertha nach neun vergeblichen Versuchen wieder für das kollektive Glücksgefühl des Sieges und Erleichterung im Abstiegskampf, die Niklas Stark nicht so recht in Worte fassen konnte. Klar ist für den Kapitän aber, dass der Erfolg die kommenden schweren Aufgaben gegen Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Union Berlin und Borussia Mönchengladbach ein bisschen leichter machen wird: «Wenn wir das Spiel im Hinterkopf haben, können wir anders auftreten. Jetzt müssen wir auch gegen große Teams gewinnen, gut gespielt haben wir bisher gegen große Teams.»

Dardai ist ein Trainer, der viel von Intuition lebt und gerne davon erzählt. Bei Lukebakio hatte er offenbar ein gutes Gefühl. «Gestern haben wir noch ein sehr gutes Gespräch gehabt und auch heute noch Spaß in der Kabine. Dann kommt er, macht ein gutes Spiel und einen wichtigen Elfmeter, richtig gut erledigt. Den kann man nicht besser schießen», lobte er den 25 Minuten vor Schluss eingewechselten Joker.

Der 23-Jährige erlebt auch persönlich eine turbulente Saison. Der Berliner Boulevard taufte ihn Dackel, nachdem ihm Ex-Trainer Bruno Labbadia beim Training ganz nach Berliner Schnauze hinterherrief, er solle nicht immer nur «hinterher dackeln.» Wenig später wurde er aus dem Kader gestrichen. Lustlosigkeit lautete damals der Vorwurf.

Dardai erinnert der schnelle Schlacks eher an ein «Känguru», schon war der nächste Spitzname fix. Die Verantwortung, wer den Elfmeter diesmal schießen sollte, hätten die Spieler selbst übernommen, berichtete der Coach. «Das müssen sie selber regeln. Seitdem ich hier bin, beiße ich keine Spieler, das Selbstvertrauen muss da sein», sagte Dardai - was dann wieder ein bisschen mehr nach Dackel klang.

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