Linke zieht erneut mit Petra Pau in den Bundestagswahlkampf

14.03.2021 Bis zur Bundestagswahl sind es noch rund sechseinhalb Monate. Die Berliner Linke hat ihre Spitzenkandidatin gewählt. Und die Vorsitzende gibt die Devise aus: «Der Osten muss rot bleiben.»

Petra Pau (Die Linke), Bundestagsvizepräsidentin. Foto: Jörg Carstensen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Berliner Linke zieht erneut mit Petra Pau als Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf. Die 57-jährige Bundestags-Vizepräsidentin wurde am Samstag auf einer Vertreterversammlung in Neukölln auf Platz 1 der Landesliste gewählt. Sie erhielt 125 Ja-Stimmen bei 10 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen. Das entspricht einer Zustimmung von 89,3 Prozent. Pau war bereits 2017 Spitzenkandidatin ihrer Partei, die Delegierten hatten sie damals mit 83,9 Prozent der Stimmen gewählt.

Die Linke-Politikerin ist seit 1998 Mitglied des Bundestags und seit 2006 Vizepräsidentin des Parlaments. Ihren Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf hat sie seit 2002 fünf Mal in Folge direkt gewonnen.

Die Berliner Linke-Vorsitzende Katina Schubert stimmte die Partei auf einen harten Wahlkampf ein. Das Ziel sei eine progressive Regierung im Bund wie im Land. «Dafür braucht es eine starke Linke», sagte Schubert. «Dazu haben wir als Berliner Landesverband eine besondere Verantwortung.»

Bei der Bundestagswahl 2017 erreichte die Linke in Berlin 18,8 Prozent. «Wir sind ein starker Landesverband», sagte Schubert. «Wir lassen AfD und CDU im Osten keinen Stich. Der Osten muss rot bleiben. Das wird ein harter Kampf.»

Ein unerwartetes Ergebnis gab es bei der Wahl zum Listenplatz 2: Die Delegierten entschieden, ihn für den Bundestagsabgeordneten Pascal Meiser (46) zu reservieren. Der Linke-Landesvorstand hatte den früheren Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Udo Wolf (58), dafür vorgeschlagen, der später auf Listenplatz 4 gewählt wurde. Über den Listenplatz 2 gilt der Einzug in den Bundestag als so gut wie sicher, bei Platz 4 ist das schwieriger.

Auf Platz 3 der Landesliste steht Gesine Lötzsch (59). Sie ist seit 2002 Mitglied im Bundestag und hat seitdem das Direktmandat in Lichtenberg jedes Mal gewonnen. Helin Evrim Sommer (50) steht auf Listenplatz 5. Sie sitzt für den Wahlkreis Spandau - Charlottenburg-Nord im Bundestag und ist dort entwicklungspolitische Sprecherin der Linke-Fraktion.

Der deutschlandweit bekannteste Berliner Bundestagsabgeordnete der Linke, Gregor Gysi, kandidierte nicht für die Landesliste. Er tritt erneut in seinem Wahlkreis Treptow-Köpenick an, den er beim vergangenen Mal direkt gewonnen hat.

Bei der Bundestagswahl 2017 war die Linke in der Hauptstadt mit ihren 18,8 Prozent der Zweitstimmen vor der SPD gelandet, die auf 17,9 Prozent kam. Die Linke schickte damit sechs Abgeordnete in das deutsche Parlament, zwei davon über die Landesliste, vier waren direkt gewählt.

Bei der Vertreterversammlung im Hotel «Estrel» galten am Samstag strikte Abstands- und Hygieneregeln inklusive Maskenpflicht. Für alle Teilnehmer war außerdem ein Corona-Schnelltest vorgeschrieben.

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