Schülerrat hält Schulen vor Start der Tests für überfordert

14.03.2021 Am Montag öffnen viele weiterführenden Schulen in Brandenburg für den Wechselunterricht. Dann soll es auch mit großflächigen Corona-Schnelltests losgehen. Doch Kritik kommt von mehreren Seiten.

Britta Ernst (SPD), Bildungsministerin von Brandenburg. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Landesschülerrat Brandenburg sieht viele Schulen kurz vor der weiteren Öffnung für den Wechselunterricht nicht genug auf die Corona-Schnelltests vorbereitet. «Die Schulleitungen sind teilweise heillos überfordert», sagte die Vorsitzende Katharina Swinka der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist schon erschreckend.» Sie befürchtet, dass nicht alle Schulen am Montag mit dem Testen loslegen können. «Die Zulieferung ist noch nicht abgeschlossen», sagte Swinka, die in die zwölfte Klasse der Gesamtschule Peter Joseph Lenné in Potsdam geht. An ihrer Schule bekämen zunächst nur die 10. und 13. Klassen die Selbsttests. Das Bildungsministerium reagierte in einem Schreiben auf Fragen der Lehrerschaft.

Am Montag (15. März) öffnen in Brandenburg die Gesamtschulen, Oberschulen und Gymnasien für den Wechselunterricht zwischen der Schule und zuhause. Die Grundschulen sind seit drei Wochen im Wechselunterricht. Die ersten 300 000 Selbsttests für Lehrkräfte, die Schülerinnen und Schüler sollen ab Montag möglichst in allen Schulen starten. Die Vorsitzende des Schülerrats hält die Selbsttests trotz einer Fehlerquote für wichtig. «Letztendlich gibt es den Schülerinnen und Schülern eine gewisse Sicherheit.» Sie sieht die Schulen jedoch vor großen Herausforderungen: Sie hätten keine genauen Informationen, wie das Testen umgesetzt werden solle.

Der Brandenburgische Pädagogenverband verlangte mehr Schutz für die Lehrkräfte. Alle Lehrerinnen und Lehrer müssten zeitnah eine Schutzimpfung erhalten, vor den Öffnungen der Schulen müsse es Selbsttests für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler geben, teilte der Verband am Sonntag mit. Bisher können sich Grundschullehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher von Kitas impfen lassen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte, den Wechselunterricht in den Schulen auszusetzen, bis genug Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte getestet seien. «Die ausgelieferten Tests sind in vielen Schulen noch nicht verfügbar und sie sind für die Anwendung nicht geeignet», teilte die GEW mit. «Ohne konkretes Wissen über das aktuelle Infektionsgeschehen vor Ort und einer Phase der sich rasch ausbreitenden Virusmutationen ist die Ausweitung des Unterrichts in Präsenzform nicht zu verantworten.»

Das Bildungsministerium wies in einem Schreiben an die Schulämter darauf hin, dass die Tests nicht unbedingt zum Wochenbeginn gemacht werden müssten. Die Schülerinnen und Schüler könnten sie im Laufe der Woche machen - aber nur, wenn bei unter 18-Jährigen das Einverständnis der Erziehungsberechtigen vorliege. Die Lehrkräfte hätten die Aufgabe, die Tests auszuteilen, die Anwendung zu erläutern und das Testen zu beaufsichtigen.

Die Gewerkschaft hatte am Freitag gemeinsam mit dem Landeselternrat vor einem «Testchaos» gewarnt. Kritik kam auch vom Landeslehrerrat, der die Lehrkräfte nicht genug vorbereitet sieht. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hatte Bedenken jedoch zurückgewiesen und darauf verwiesen, dass die Schulen bereits Erfahrungen haben mit Tests.

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