DAK: Fehltage wegen Psyche erreichen 2020 Höchststand

19.03.2021 Im Corona-Jahr 2020 haben Fehltage aufgrund der Psyche ein Rekordhoch erreicht. Eine DAK-Berechnung zeigt, welche Branchen besonders betroffen waren.

Ein Mann steht am Ufer eines Sees. Foto: picture alliance / dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Beschäftigte in Brandenburg haben nach einer Auswertung der Krankenkasse DAK-Gesundheit im Jahr 2020 vermehrt wegen psychischer Erkrankungen gefehlt. Mit rund 306 Fehltagen je 100 erwerbstätige DAK-Versicherte wurde seit 2010 ein Höchststand erreicht, wie aus dem Psychreport 2021 der Kasse hervorgeht. Im Bundesschnitt waren es den Angaben nach mit rund 265 Fehltagen deutlich weniger. Frauen waren doppelt so häufig betroffen wie ihre männlichen Kollegen.

Anders als zuvor verzeichneten die Bereiche Bildung, Kultur und Medien sowie das Gesundheitswesen den größten Zuwachs. Zuvor war es die öffentliche Verwaltung. «Im Gesundheitswesen sind die Menschen extrem belastet. Gleichzeitig leiden der Bildungssektor und der Kulturbereich – das geht an die psychische Substanz», so DAK-Landeschefin Anke Grubitz.

Den höchsten Arbeitsausfall verursachten laut dem Report wie auch schon 2019 Depressionen. Am zweithäufigsten wurden demnach Anpassungsstörungen diagnostiziert. Darunter fallen negative Veränderungen des Gemütszustand oder Störungen des Sozialverhaltens als Folge auf ein belastendes Lebensereignis.

Seit Jahren steigen die Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen. Laut Kasse ist dies in keinem anderen Bereich so ausgeprägt wie bei den Seelenleiden. Binnen zehn Jahren seien die Ausfalltage aufgrund der Psyche um 82 Prozent gestiegen. Alle anderen Krankheiten verzeichneten demnach in diesem Zeitraum einen vergleichsweise geringen Anstieg um neun Prozent.

Ein Trend sind laut DAK auch längere Fehlzeiten. Die Berechnung deckt sich mit Zahlen der Krankenkassen KKH. Diese hatten für das Jahr 2020 ebenfalls längere Fehlzeiten aufgrund psychischer Leiden gemeldet.

In den Report gingen nach DAK-Angaben Daten von 110 000 versicherten Beschäftigten in Brandenburg und Fehlzeiten aufgrund einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ein.

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