Drei Passanten überfallen: 22-Jähriger vor Gericht

29.03.2021 Weil er mehrere Passanten überfallen und in einem weiteren Fall Polizisten attackiert haben soll, muss sich ein 22-Jähriger vor dem Berliner Landgericht verantworten. Er soll zuletzt in einer Nacht drei Raubtaten begangen haben. Der Mann sei mit einem Messer bewaffnet gewesen und habe eine Armbanduhr sowie geringe Geldbeträge erbeutet, heißt es in der zu Prozessbeginn am Montag verlesenen Anklage.

Eine Figur der Justitia. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Staatsanwalt bestätigte am Rande, der Angeklagte habe «in seiner Jugend» Kontakte zur Islamistenszene in Berlin gehabt. Diese «Phase» sei nach Erkenntnissen der Ermittler abgeschlossen, sagte der Vertreter der Berliner Generalstaatsanwaltschaft.

Der 22-Jährige soll im Oktober 2020 im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf nacheinander drei Passanten angegriffen und Geld und Wertgegenstände gefordert haben. Einem Opfer soll er ein Messer an den Hals gehalten haben. In diesem Fall habe er eine Armbanduhr und fünf Euro erbeutet. Einen 76 Jahre alten Fußgänger habe er minutenlang verfolgt und durch einen Tritt in den Rücken zu Fall gebracht. Der Angeklagte soll unter Drogen gestanden haben.

Zudem soll der 22-Jährige im Juli 2020 im Stadtteil Wedding mit der Faust eine Delle in ein Fahrzeug geschlagen und den Autobesitzer bedroht haben. Gegenüber den hinzugerufenen Polizeibeamten sei der 22-Jährige dann gewalttätig geworden und habe Widerstand geleistet. Zwei Polizisten seien verletzt worden.

Der Angeklagte habe im Ermittlungsverfahren gestanden, hieß es im Prozess. In einem Verständigungsgespräch habe die Anklagebehörde erklärt, dass aus ihrer Sicht bei einem umfassenden Geständnis eine Haftstrafe zwischen fünf Jahren und maximal fünf Jahren und zehn Monaten in Betracht komme. Der Prozess um räuberische Erpressung, Körperverletzung, versuchte Nötigung, Widerstand und Sachbeschädigung wird am 15. April fortgesetzt.

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