Frau vergewaltigt und gewürgt? Angeklagter weist es zurück

01.04.2021 Weil er vor mehr als sieben Jahren eine Frau in seiner Wohnung vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben soll, steht ein 33-Jähriger vor dem Berliner Landgericht. Der Angeklagte hat die Vorwürfe zu Prozessbeginn am Donnerstag zurückgewiesen. Er sei mit der Frau, die er in einem Fitnessstudio kennengelernt habe, nach einem gemeinsamen Club-Besuch in seine Wohnung gegangen. Dort sei es zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen gekommen, erklärte der Mann über seine Verteidigerin.

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zum Landgericht angebracht. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zu dem mutmaßlichen Übergriff soll es im Januar 2014 gekommen sein. Der ausgebildete Fitnesstrainer habe die inzwischen 37 Jahre alte Frau gegen ihren ausdrücklich bekundeten Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen, heißt es in der Anklage. Er habe sie dabei bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Durch das Würgen habe die Frau sichtbare Hautverfärbungen am Hals erlitten.

Die 37-Jährige sagte als erste Zeugin, es sei zunächst zu einem Austausch von Zärtlichkeiten gekommen. «Ich habe ihm aber gesagt, dass ich nicht mit ihm schlafen will.» Der Angeklagte sei immer gewaltsamer geworden. «Er hat sich an das Nein nicht gehalten.» 

Der Angeklagte erklärte weiter, er und die 37-Jährige hätten in seiner damaligen Wohnung in Berlin-Neukölln Drogen konsumiert und dann beide sexuelle Handlungen gewollt. «Alles war einvernehmlich», so der Fitnesstrainer. Mit dem Sex habe es wegen seiner Berauschung allerdings «nicht so geklappt, wie wir uns das vorstellten». Die Frau sei schließlich gegangen. 

Eine erste Hauptverhandlung in den Fall musste im November 2020 nach mehr als zweimonatiger Beweisaufnahme ausgesetzt werden, weil eine Schöffin dauerhaft erkrankt war. Der Prozess wegen schwerer Vergewaltigung wird am 12. April fortgesetzt. 

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