Staatssekretärin: Zone gegen Schweinepest wird diskutiert

08.04.2021 Brandenburg will mit dem Bund im Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest noch enger zusammenarbeiten. Eine Idee für eine Schutzzone gegen die Tierseuche ist im Gespräch.

Ein Schild mit der Aufschrift «Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen, Pufferzone» hängt an einem Verkehrsschild. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Sicherheitszone auf deutschem Boden als Alternative zu einer gemeinsamen Weißen Zone mit Polen im Gespräch. Derzeit werde mit dem Bund über eine solche Zone diskutiert, erklärte die Leiterin des Krisenstabs, Verbraucherschutzstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer am Donnerstag in Lebus bei Frankfurt (Oder). Dort machte sie sich an der Wildschweinbarriere mit dem Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Uwe Feiler, ein Bild von der Lage.

«Die Grenzländer, insbesondere Brandenburg, tragen die Hauptlast bei der Eindämmung der ASP in Deutschland und dem Ziel, die weitere Ausbreitung der Seuche nach Westen zu verhindern», betonte die Staatssekretärin. Das Seuchengeschehen bezeichnete sie als stabil. Alle neuen Ausbrüche der vergangenen Wochen hätten innerhalb der Kerngebiete stattgefunden. Gemeinsames Ziel bleibe, die Infektionsketten durch die getroffenen Maßnahmen zu unterbrechen. Seit September 2020 grassiert die Tierseuche unter Wildschweinen in Deutschland. Sie ist für Menschen ungefährlich, für Hausschweine endet sie aber meist tödlich.

Schweinehalter aus Ostdeutschland hatten sich mit einem Hilferuf an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt. Sie solle den Kampf gegen die Ausbreitung der Tierseuche zur Chefsache machen und koordinieren. Länder und Landkreise gingen «nicht grundlegend und mit der nötigen Durchsetzungskraft» gegen die Seuche vor, hieß es in einem offenen Brief der fünf Schweinehalter-Verbände aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen.

Der Bau eines festen Zaunes entlang der brandenburgisch-polnischen Grenze den Angaben zufolge ist laut der Angaben fast abgeschlossen. Allerdings kommt es nach Polizeiangaben immer wieder vor, dass Teile des Schutzzauns gestohlen werden. In der Uckermark hat die Polizei zum Schutz vor Diebstahl damit begonnen, Zäune zu gravieren.

Das Nationale Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest, das Friedrich-Loeffler-Institut, hat weitere ASP-Fälle in Brandenburg bestätigt. Insgesamt wurden bislang 846 ASP-Fälle nachgewiesen, davon 510 im Landkreis Oder-Spree, 232 im Kreis Märkisch-Oderland, 68 im Landkreis Spree-Neiße und 27 im Kreis Dahme-Spreewald. Neun bestätigte ASP-Fälle gab es in Frankfurt (Oder).

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