CDU-Landeschef Stübgen: Laschet kann «Laden zusammenhalten»

27.04.2021 Die Union hat mit Armin Laschet zwar einen Kanzlerkandidaten, aber offen ist, wie geschlossen sich CDU und CSU bis zur Bundestagswahl in fünf Monaten zeigen. Brandenburgs Landeschef Stübgen zeigt sich überzeugt, dass Laschet für Ruhe sorgen kann.

Brandenburgs CDU-Landesvorsitzender Michael Stübgen lächelt. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Brandenburgs CDU-Landesvorsitzender Michael Stübgen traut Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet zu, in der Union für Geschlossenheit zu sorgen. «Armin Laschet hat drei wirkliche Stärken: seine Verlässlichkeit, sein Durchhaltevermögen und seine Fähigkeit zusammenzuführen», sagte Stübgen der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. «Er führt in Nordrhein-Westfalen geräuschlos, aber erfolgreich eine Koalition mit einer Stimme Mehrheit.» Daran könne man sehen: «Er kann durchaus den Laden zusammenhalten, auch wenn es knapp ist.» Stübgen hatte sich im Bundesvorstand für Laschet als Kanzlerkandidat ausgesprochen.

Der Brandenburger CDU-Chef forderte die Unionsparteien zu Geschlossenheit auf. «Wenn wir jetzt den Eindruck vermitteln, dass CDU und CSU nicht einig sind, können wir das auch vermasseln», sagte Stübgen. Er mache sich dabei allerdings nicht «allzu große Sorgen». «Dieses Aufbegehren, um interessanter in Bayern zu werden, gehört zum Arbeitsprofil der CSU.» Stübgen betonte: «Zwischen CDU und CSU gab es in gewissen Abständen starke Zerwürfnisse. Bisher haben sich beide Partner immer wieder besonnen - nur CDU und CSU gemeinsam kommen zu einer notwendigen Mehrheit.»

Die CDU-Spitze hatte sich in der vergangenen Woche mehrheitlich für den Parteivorsitzenden und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet als Kanzlerkandidat von CDU/CSU für die Bundestagswahl ausgesprochen. Die Entscheidung ist in Teilen der Union umstritten. Im «Sonntagstrend» des Instituts Kantar im Auftrag der «Bild am Sonntag» kamen CDU/CSU auf 27 Prozent hinter den Grünen mit 28 Prozent. CSU-Chef Markus Söder, der im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur gegen Laschet unterlegen war, hatte in der «Süddeutschen Zeitung» ein Ergebnis von deutlich über 30 Prozent gefordert.

Der Brandenburger CDU-Landeschef kritisierte die Art und Weise des Verfahrens, das zur Entscheidung für Laschet geführt hat. «Die ganze Geschichte hat uns geschadet», sagte Stübgen. «Mich hat ein bisschen geärgert, dass Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff vermittelt hat, die ostdeutsche Linie zu vertreten. Wir haben in den ostdeutschen Bundesländern genauso ein gemischtes Bild wie in Westdeutschland.» CDU-Regierungschef Reiner Haseloff hatte in der Bundesvorstandssitzung vor einer Woche auf eine große Unterstützung der Parteibasis für CSU-Chef Markus Söder hingewiesen und erklärt, er nehme im Osten eine Präferenz für Söder wahr.

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