Geisel verteidigt Vorgehen der Polizei am 1. Mai

03.05.2021 Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat am Montagmorgen das Vorgehen der Polizei bei Ausschreitungen am 1. Mai verteidigt. «Es hat Abends bei dieser Demonstration vom Hermannplatz beginnend von Anfang an den Willen gegeben, gewalttätig zu sein», sagte er im RBB-Inforadio. Die Demonstranten seien dabei nicht gewillt gewesen, Abstände einzuhalten und die Corona-Auflagen zu erfüllen.

Andreas Geisel (SPD), Innensenator. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Vorgehen der Polizei, an einer besonders engen Stelle zuzugreifen, sei eine Entscheidung des Polizeiführers gewesen. «Das kann man auswerten, aber ich habe auch was dagegen, wenn es jetzt 'zig Hobby-Polizeiführer gibt, die jetzt alle sagen, was sie besser gemacht hätten.» Ein späteres Zugreifen hätte nur in völliger Dunkelheit erfolgen können.

Der Tag der Arbeit sei geprägt gewesen von zahlreichen friedlichen Demonstrationen. «Wir sollten uns von diesen gewaltsuchenden Extremisten nicht die Botschaft des 1. Mai kaputt machen lassen», sagte Geisel. Er wies den Vorwurf zurück, bei Demos aus dem linken Spektrum bei Verstößen gegen die Corona-Auflagen härter vorzugehen als bei solchen von Gegnern gegen diese Maßnahmen. Sowohl am Samstag als auch bei größeren Kundgebungen Mitte April seien solche Demonstrationen von der Polizei aufgelöst worden.

Beim Einsatz am 1. Mai waren laut Polizei 93 Einsatzkräfte verletzt worden. Vier von ihnen konnten ihren Dienst demnach nicht fortsetzen. Die Einsatzkräfte nahmen der Polizei zufolge 354 Männer und Frauen unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs und gefährlicher Körperverletzung fest. Nach Angaben der Organisatoren der sogenannten revolutionären 1.-Mai-Demonstration gab es auch auf Seiten der Demonstranten Dutzende Verletzte.

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