Brandenburger Ärzte für eigenen Impfgipfel

05.05.2021 Die Brandenburger Arztpraxen wollen gegen Corona impfen. Um das mit voller Kraft zu machen, fehlen aber noch Impfdosen. Auf einem eigenen Impfgipfel wollen die Mediziner darauf aufmerksam machen.

Eine Spritze wird vor den Schriftzug «Impfung» gehalten. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Brandenburger Ärzte und Mediziner-Vertretungen wollen einen eigenen Experten-Impfgipfel, um Impfungen gegen Corona voranzubringen. Es gehe darum, den Arztpraxen mehr Dosen an Impfstoffen zuzuteilen, sagte Peter Noack, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), am Mittwoch in Potsdam. «Ärzte wollen impfen.» Die Praxen seien für die Bürger leichter zugänglich. Kapazitäten könnten zudem hochgefahren werden, wenn den Praxen mehr Impfstoffdosen zur Verfügung gestellt würden.

Unterdessen wird mit anderen Kassenärztlichen Vereinigungen, so mit der in Thüringen, an einem Verfahren für einen digitalen Impfpass gearbeitet. «Wir hoffen auf eine Lösung noch im Mai», sagte Holger Rostek, Vorstand der KVBB. Nach der abgeschlossenen Impfung solle es eine schriftliche Bescheinigung auf einem DIN A4-Blatt mit einem QR-Code geben. «Das ist personenbezogen und fälschungssicher», sagte Rostek. Es solle auch eine Möglichkeit geben, alle bereits in den Impfzentren geimpften Bürger zu erreichen, damit sie einen digitalen Ausweis erhalten. Möglicherweise werden sie angeschrieben.

Für kommenden Montag ist zunächst der Impfgipfel von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit den Oberbürgermeistern, Landräten, Vertretern der KVBB und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) angesetzt, bestätigte Regierungssprecher Florian Engels. Die Kassenärztliche Vereinigung plant ihren ärztlichen Impfgipfel etwa eine Woche später. Eine Einladung sei an den Ministerpräsidenten gegangen, sagte Noack. Aus seiner Sicht ist die Versorgung in den Arztpraxen besser zu organisieren als in den Impfzentren. «Das ist unser Konzept. Das wollen wir verdeutlichen», betonte er. Dort könne man am schnellsten eine Durchimpfung der Bürger erreichen.

Dazu müssten aber die Belieferungen der Praxen mit Impfstoff erhöht werden, sagte Noack. Ein Vorschlag wäre, in Brandenburg zur Verfügung stehende Kontingente von den Impfzentren auf die Praxen zu verschieben. Die Verträge mit den Impfzentren sollen auslaufen. Eine sofortige Schließung der Zentren lehnte die Kassenärztliche Vereinigung aber angesichts vieler noch vereinbarter Termine ab.

Um das Ziel des Impfangebots für alle bis September zu erreichen, müsse es ab dieser Woche im Durchschnitt 100 000 Impfungen pro Woche bei den niedergelassenen Ärzten geben, sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU) im Gesundheitsausschuss des Landtags. In den Impfzentren müsse es mindestens 50 000 Impfungen pro Woche im Mai und im Juni geben. Für Brandenburg sind im Mai nach Prognosen des Bundesgesundheitsministeriums rund 298 000 Impfdosen geplant, für Juni rund 376 000 Impfdosen.

In Brandenburg impfen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung
rund 1300 Praxen regelmäßig. In der vergangenen Woche wurden
73 600 Menschen in Arztpraxen geimpft. Insgesamt haben in Brandenburg 26,4 Prozent der Bürger mindestens eine Impfung gegen Corona erhalten. 8 Prozent sind vollständig geimpft. Das ging am Mittwoch aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor.

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