Hoffnung für Pfingsten: Bier im Freien und Camping

11.05.2021 Kurz vor Pfingsten können sich viele Brandenburger wieder auf einen Besuch im Biergarten oder Campen freuen - aber nur unter strengen Voraussetzungen. Erste Erleichterungen gelten schon ab Mittwoch.

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Viele Brandenburgerinnen und Brandenburger können ab Freitag vor Pfingsten bei stabilen Corona-Infektionszahlen wieder eine Gaststätte im Freien besuchen und auf Campingplätzen übernachten. Außerdem sollen die Kontaktbeschränkungen gelockert werden. Dies solle in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 möglich sein, kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Potsdam an.

Bereits ab Mittwoch (12. Mai) soll in den Regionen mit weniger als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche auch wieder Dauercampen erlaubt sein. Ein negativer Schnelltest gilt dann für 24 Stunden und braucht keinen tagesaktuellen Test. In Hochschulen und Volkshochschulen dürfen bis zu 15 Besucher statt bisher 5 sein.

Es gebe guten Grund für Optimismus, sagte Woidke: «Die Inzidenzwerte sinken. Die Zahl der Geimpften steigt deutlich.» Innenminister Michael Stübgen (CDU) ergänzte, in Brandenburg sei am Dienstag die einmillionste Corona-Schutzimpfung verabreicht worden. Vier Millionen seien das Ziel.

Angesichts der positiven Entwicklung beim Impfen und bei den Infektionszahlen habe das Kabinett maßvolle Öffnungsschritte nach dem Prinzip «außen vor innen» beschlossen, betonte Woidke. Unbedingte Voraussetzung für die Öffnungsschritte seien jeweils stabil niedrige Infektionszahlen und eine Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 in den Landkreisen und kreisfreien Städten, sagte der Regierungschef. Die Lockerungen würden nach Stand von Dienstag in der Hälfte der 14 Kreise und ab Mittwoch in Brandenburg/Havel - einer von vier kreisfreien Städten - gelten. Ausgenommen von Testpflichten sind vollständig Geimpfte und Genesene.

KONTAKTE: Ab 21. Mai können sich bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 zwei Haushalte treffen, nicht mehr nur ein Haushalt und eine weitere Person. Dabei spielt es ab Pfingten keine Rolle mehr, wie viele Personen aus beiden Haushalten zusammenkommen.

GASTSTÄTTEN: Cafés und Gaststätten dürfen dann draußen öffnen, nötig sind Hygienekonzept, Termin und Kontaktnachweis. Für die Gäste gilt Testpflicht. Nur zwei Haushalte dürfen an einem Tisch sitzen.

TOURISMUS: Das Übernachten in Ferienwohnungen, Ferienhäusern, auf Campingplätzen und auf Charterbooten mit eigenen Sanitäranlagen für zwei Haushalte ist ab dem Wert unter 100 mit Hygienekonzept und Negativtest erlaubt. Hotels und Pensionen können noch nicht öffnen. Stadtrundfahrten und Schiffsausflüge mit Sitzplätzen im Freien sind mit Hygienekonzept und negativem Test dann auch wieder möglich. Freizeitparks dürfen mit Hygienekonzept, Abstand und Termin öffnen.

GESCHÄFTE: In Einzelhandelsgeschäften bis zu 800 Quadratmetern dürfen sich dann Kunden aus demselben Haushalt pro 10 Quadratmeter aufhalten und bei größeren Geschäften darüber hinaus Kunden aus einem Haushalt pro 20 Quadratmeter aufhalten. Damit sind deutlich mehr Kunden als bisher in den Läden erlaubt.

THEATER, KONZERT, OPER, KINO: Diese Kulturveranstaltungen sind im Freien möglich mit Hygienekonzept und negativem Test für bis zu 100 Besucher.

SPORT: Kontaktfreier Sport ist bei dem Inzidenzwert unter 100 ab 21. Mai draußen ohne Begrenzung unter Beachtung der Abstandsregeln möglich. Kontaktsport im Freien ist mit bis zu zehn Menschen erlaubt - mit negativem Test außer für Kinder bis sechs Jahre. Ab 1. Juni dürfen Fitnessstudios, Turnhallen oder Tanzstudios wieder öffnen. Kunden brauchen einen Termin und einen negativen Schnelltest.

MODELLPROJEKTE: Für Kultur und Sport sind weitere Lockerungen im Rahmen lokaler Modellprojekte in Aussicht. Beispiele dafür seien größere Kulturveranstaltungen in geschlossenen Räumen wie Theater oder Kino, sagte Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft. Die Einrichtungen könnten befristet öffnen. Entscheidend seien Testkonzepte und die Erfassung von Kontakten via App.

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