Nach mutmaßlichen Anschlag am Tesla-Werk Spuren ausgewertet

27.05.2021 Dass der Brand an den Tesla-Stromkabeln gelegt worden sein könnte, davon zeigte sich die brandenburgische Polizei früh überzeugt. Doch noch ist offen, wer dahinter steckt.

Ein Polizeiauto steht in Sichtweite der Tesla-Baustelle. Foto: Jörg Carstensen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die genauen Hintergründe des mutmaßlichen Brandanschlags auf die Stromversorgung der Tesla-Baustelle in Grünheide (Oder-Spree) sind weiter unklar. «Die Auswertung der Spuren dauert an», sagte der Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) Brandenburg, Joachim Lemmel, am Donnerstag. Die Ermittler prüfen auch die Echtheit eines Bekennerschreibens. Es war am Mittwochnachmittag auf der linksradikalen Internetseite Indymedia.org aufgetaucht.

In der Nacht zu Mittwoch war ein Feuer an armdicken Kabeln im Wald nahe der künftigen Autofabrik entdeckt worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Brand gelegt wurde. Trotz des Feuers sind die Kabel laut Polizei noch funktionsfähig. Auf den Baufortschritt gibt es nach Angaben aus Branchenkreisen keine Auswirkungen.

Das Energieunternehmen Edis bekräftigte am Donnerstag, das die Versorgung wegen des Brandes nicht unterbrochen werden musste. Weitere Schäden im Raum Grünheide seien nicht bekannt.

Das Bekennerschreiben mit dem Autorennamen «Vulkangruppe» übt Kritik an der geplanten Fabrik. «Unser Feuer steht gegen die Lüge vom grünen Automobil.» Tesla sei weder grün, ökologisch noch sozial. Hingewiesen wird auf die sozialen und ökologischen Folgen von Rohstoffen wie Lithium, Kobalt und Kupfer sowie auf den Wasserverbrauch der künftigen Produktionsstätte. Auch Tesla-Chef Elon Musk wird kritisiert. Das Unternehmen äußerte sich dazu nicht.

Die «Gigafactory» des US-amerikanischen Elektroautobauers Tesla wird nach dessen Angaben bei voller Auslastung einmal 12 000 Mitarbeiter beschäftigen; es könnten demnach später auch noch 40 000 werden. Tesla baut mit vorläufigen Genehmigungen für einzelne Bauschritte, die umweltrechtliche Genehmigung durch das Land steht aber noch aus. Der Bau der Fabrik wird seit langem von Protesten begleitet.

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