Tesla erhält weitere Teilgenehmigung

01.06.2021 Trotz des verspäteten Produktionsstarts geht der Bau der Tesla-Fabrik weiter, allerdings noch über vorläufige Genehmigungen. Eine weitere Zulassung wurde erteilt. Der Autobauer hat seine Planungen für das Großprojekt noch einmal überarbeitet - mit überraschendem Ergebnis.

Das Logo von Tesla hängt an einem Container auf der Baustelle der Gigafactory östlich von Berlin. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin nimmt immer mehr Gestalt an. Das Landesamt für Umwelt hat dem US-Elektroautobauer eine weitere vorläufige Zulassung für seine Autofabrik auf dem 300 Hektar großen Gelände erteilt. Es geht um Prüfungen der Funktionsfähigkeit von Anlagen im Bereich der Lackiererei, Gießerei und des Karosseriebaus, wie das Brandenburger Umweltministerium am Dienstag mitteilte. Zudem sei die Installation von Tanks für die Abwasserreinigung und die Betankungsanlage vorzeitig genehmigt worden. Es ist die 14. vorzeitige Zulassung.

Zu den zugelassenen Funktionsprüfungen an verschiedenen Anlagenteilen gehören den Angaben zufolge unter anderem die Reinigung der Anlagentechnik sowie Druckprüfungen daran, Signalprüfungen, das Befüllen von Anlagen zu Testzwecken und Funktionstests von Maschinen, Apparaten, Behältern und Brennern.

Laut Ministerium handelt es sich nicht um einen Probebetrieb, da keine später verwendungsfähigen Werkstücke produziert werden. Eine Zulassung für die Erprobung der Betriebstüchtigkeit von Anlagen sei durch das Bundesimmissionsschutzgesetz ausdrücklich gedeckt. So werden demnach bei den Funktionstests nur geringe Mengen wassergefährdender und störfallrelevanter Stoffe eingesetzt, so dass die aus dem vorgelegten Störfallgutachten gewonnenen Erkenntnisse dieser Entscheidung nicht entgegenstanden. Die Zulassung ist mit Auflagen zum Schutz des Grundwassers verbunden.

Tesla will in Grünheide jährlich rund 500.000 Exemplare der kompakten Fahrzeugreihen Model 3 und Model Y bauen. Bisher baut das Unternehmen die Fabrik über einzelne vorläufige Zulassungen, weil die komplette umweltrechtliche Genehmigung des Landes Brandenburg noch aussteht. Naturschützer und Anwohner befürchten negative Folgen für die Umwelt.

Ursprünglich wollte der Autobauer im Juli mit der Produktion beginnen. Es droht jedoch ein späterer Start: Der Antrag zur Genehmigung des Vorhabens muss laut Landesumweltamt erneut öffentlich ausgelegt werden, weil Tesla eine Batteriefabrik in den bisherigen Antrag einbeziehen will. Der Antrag muss noch eingereicht werden, nach Angaben des Umweltministeriums vom Dienstag liegt er noch nicht vor. Bei einem Besuch in Grünheide Mitte Mai hatte Tesla-Chef Elon Musk das Jahresende als Termin für den Start der Produktion genannt.

Unterdessen bestätigte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur, dass es trotz Erweiterung seines Großprojekts in Grünheide bei Berlin um eine Batteriezellenfabrik weniger Wasser verbrauchen wird als zunächst geplant. Die Tesla-Planungen seien entsprechend überarbeitet worden. Die «Potsdamer Neuesten Nachrichten» hatten zunächst berichtet.

Demnach ist in dem aktualisierten Tesla-Antrag im laufenden Hauptgenehmigungsverfahren für die erste Ausbaustufe der Fabrik weiter ein maximaler Jahreswasserverbrauch von 1,423 Millionen Kubikmetern für beide Fabriken vorgesehen. Diese Angaben bestätigte Tesla. Der Verbrauch war bislang allein für die Autofabrik geplant.

Die Pläne für eine Batteriefabrik stoßen beim Naturschutzbund Nabu auf Bedenken. Der Standort dieser Fabrik liege zumindest nah an oder gar in einem Wasserschutzgebiet und unweit des hoch sensiblen und streng geschützten Löcknitztals, das ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet sei, hieß es.

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