Verfolgungsjagd am Kurfürstendamm: Unfälle mit Polizeiwagen

06.06.2021 Erneut hat sich ein Raser in der Berliner Innenstadt eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Die Folge: Zwei schwere Verkehrsunfälle, fünf verletzte Menschen und vier demolierte Autos.

Der Schriftzug "Unfall" leuchtet zwischen zwei Blaulichtern auf dem Dach eines Polizeiwagens. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei einer Verfolgungsjagd zwischen einem Mietwagen und der Polizei ist es in Berlin-Charlottenburg zu zwei schweren Verkehrsunfällen gekommen. Fünf Menschen wurden laut Berliner Feuerwehr verletzt, vier davon kamen in ein Krankenhaus. Nach ersten Erkenntnissen war das Auto am Samstagabend kurz nach 23 Uhr mit zu hoher Geschwindigkeit auf dem Kurfürstendamm in Richtung Breitscheidplatz unterwegs, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Der 23-jährige Fahrer habe die Anhaltesignale der Beamten ignoriert und sei nach links in die Uhlandstraße abgebogen. Ein Streifenwagen folgte ihm. An der Grolmanstraße kam es demnach zum Zusammenstoß der beiden Wagen, weil der Mann die Kontrolle verloren haben soll. Er versuchte erfolglos, zu Fuß zu flüchten, aber die Beamten brachten ihn zur Unfallstelle zurück. Dort wurde er ohnmächtig und kam in ein Krankenhaus.

Im Wagen saßen noch ein 22-jähriger Beifahrer und zwei Frauen, 25 und 26 Jahre alt. Alle standen unter dem Eindruck der Erlebnisse, lehnten aber eine Behandlung ab. Die Fahrerin des Polizeiwagens erlitt Prellungen an Arm und Schulter, ihr Beifahrer stand ebenfalls unter dem Eindruck der Erlebnisse. Beide wurden in einer Klinik versorgt.

Parallel kam es zu einem weiteren Unfall mit einem zweiten Polizeiwagen, der per Funk zur Unterstützung gerufen worden war. Er war den Angaben zufolge mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs. Auf der Kreuzung Kurfürstendamm/Uhlandstraße stieß das Fahrzeug demnach mit einem Auto zusammen, das in Richtung Halensee unterwegs war.

Das Polizeiauto drehte sich um 180 Grad und krachte gegen eine Ampel. Der Polizist am Steuer klagte über Nackenschmerzen, seine Beifahrerin wurde am Arm verletzt. Beide brachen den Dienst ab und kamen in ein Krankenhaus. Der 23-jährige Fahrer des anderen Autos hatte ebenfalls Schmerzen im Nacken - er wurde vor Ort behandelt. Sein Beifahrer blieb unverletzt.

Laut dem Polizeilichen Lagedienst war der Raser in einem Mietwagen unterwegs gewesen. Nach der Verfolgungsjagd forderte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schärfere Regeln für Mietwagenfirmen. Berlin dürfe nicht länger «Spielwiese für Möchtegernrennfahrer sein, die auf unseren Straßen Fast & Furious spielen», teilte der Sprecher Benjamin Jendro mit. Car-Sharing-Firmen müssten mehr Verantwortung übernehmen oder per Gesetz dazu gezwungen werden. Erforderlich sei eine PS-Obergrenze für junge Fahrer sowie eine Polizei-Spezialtruppe, die sich intensiv um das Problem kümmert. Den Verletzten wünschte Jendrow alles Gute.

In der Berliner Innenstadt kommt es immer wieder zu schweren Unfällen mit Rasern. Im Jahr 2016 kam ein Autofahrer ums Leben, als zwei Männer sich ein rücksichtsloses Rennen lieferten. An einer Kreuzung rammte einer das unbeteiligte Auto. Dessen Fahrer starb noch an der Unfallstelle.

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