Kulturmanager Ndikung übernimmt Haus der Kulturen der Welt

16.06.2021 Der Kurator und Kulturmanager Bonaventure Soh Bejeng Ndikung wird neuer Intendant am Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Der aus Kamerun stammende Ndikung wird im Januar 2023 Nachfolger des derzeitigen Intendanten Bernd Scherer, der Ende 2022 altersbedingt ausscheidet. Der Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin berief Ndikung nach Angaben vom Mittwoch.

Das Haus der Kulturen der Welt im Berliner Tiergarten. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der promovierte Biotechnologe Ndikung, 1977 in Yaoundé geboren, lehrt aktuell an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin. Der Mitherausgeber zahlreicher Publikationen zu Kulturkritik und Ausstellungstheorie war 2015 Mitglied im Kuratorenteam der documenta 14 in Kassel und Athen. In Berlin, wo er studierte und nach Station in Frankreich auch wieder lebt, leitet er zudem den Kunstraum Savvy Contemporary.

«Als international gefragter Kurator und Kulturmanager ist Bonaventure Ndikung ein echter Glücksgriff für das Haus der Kulturen der Welt», sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Ndikung sei bestens vernetzt und mit naturwissenschaftlichem Hintergrund und Leidenschaft für die Kunst «geradezu prädestiniert, diese europaweit einzigartige Institution weiterzuentwickeln».

Ndikung verwies darauf, Berlin sei Heimat für Menschen aus 190 Nationen. «Diese Menschen müssen bei der zukünftigen Gestaltung eines Hauses der Kulturen der Welt grundlegend sein, als Mitreisende und Mitgestaltende eines Hauses der Komplexität, der Auseinandersetzung mit den verschiedentlichen Asymmetrien der Welt und schließlich der Versöhnung von Kulturen.»

Scherer nannte die Wahl «inhaltlich sowie persönlich absolut überzeugend». Ndikungs Mut zum Experiment und seine Lust an der Forschung würden der Kultur viele Impulse geben.

Das Haus der Kulturen der Welt ist als Bundeseinrichtung Teil der Gesellschaft, die auch die Internationalen Filmfestspiele Berlin und die Berliner Festspiele mit dem Martin-Gropius-Bau trägt. Alle Einrichtungen zusammen verfügten 2021 über einen Etat von rund 47 Millionen Euro.

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