Brandenburg plant zweiten Zaun gegen ASP an Grenze

24.06.2021 Der aufgestellte Zaun an der Grenze zu Polen gegen die Afrikanische Schweinepest ist nicht wirksam genug. Die Tiere suchen sich mittlerweile andere Wege. Nun sollen die Maßnahmen verstärkt werden.

Grenzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) will Brandenburg mit einem zweiten Zaun einen Schutzkorridor entlang der polnischen Grenze errichten und so die Barriere für die Tiere vergrößern. Das teilte das Ministerium für Verbraucherschutz am Donnerstag nach einer Beratung des Landeskrisenstabes mit. Der Zaun, der bereits zu Polen gezogen wurde, schaffe allein keine ausreichende Sicherheit, sagte Staatssekretärin Anna Heyer-Stuffer, die auch Krisenstabsleiterin ist. Das zeigten immer neue mit dem Virus infizierte Fallwildfunde in bisher nicht betroffenen grenznahen Gebieten. Ein Zeitpunkt für den Zaunbau ist noch unklar.

Der Bau eines ASP-Schutzkorridors entlang Oder und Neiße sei zwingend erforderlich - das Seuchengeschehen in Westpolen sei «hoch dynamisch». Mit einer wirksamen Eindämmung des Seuchengeschehens in Polen ihr zufolge derzeit nicht zu rechnen. Bilaterale Gespräche des Bundes mit Polen zur Etablierung einer wirksamen Barriere direkt an der Grenze gemeinsam mit Polen waren gescheitert.

Die Tiere suchten sich neue Wege westlich des Zauns, sagte der stellvertretende Sprecher des Verbraucherschutzministeriums, Dominik Lenz. Sogar in der Uckermark im Norden seien schon ASP-Fälle aufgetreten.

Der zweite Zaun soll demnach einen Schutzkorridor mit einer Breite von 500 bis 1000 Meter markieren - entlang vorhandener Straßen und Wege und unter Berücksichtigung von Naturschutzgebieten. Innerhalb dieses Streifens soll der Wildschweinbestand auf möglichst null reduziert werden, zudem sollen toten Wildschweine intensiv gesucht und schweinehaltende Betriebe besonders überwacht werden. Für die Kosten wird nach Angaben des Ministeriums unter anderem eine Kofinanzierung durch die EU beantragt und ein solidarisches Finanzierungsmodell durch alle Bundesländer erarbeitet.

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