Serie gerissen: HSV nur 1:1 beim 1. FC Nürnberg

09.01.2021 Nach vier Siegen muss sich der HSV mit einem Unentschieden in Nürnberg zufriedengeben. Die Mannschaft von Trainier Daniel Thioune bleibt aber an der Spitze. Erneut trifft Terodde.

Der Hamburger Bakery Jatta und der Nürnberger Enrico Valentini (l-r.) in Aktion. Foto: Daniel Karmann/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Hamburger SV ist vom Siegkurs abgekommen. Der Erste der 2. Fußball-Bundesliga trennte sich am Samstag nach vier siegreichen Spielen nur mit 1:1 (1:1) vom 1. FC Nürnberg, bleibt aber in der Tabelle vor dem Nordrivalen Holstein Kiel, der beim FC St. Pauli ebenfalls nicht über ein 1:1 hinauskam. Fabian Nürnberger hatte die Gastgeber in Führung gebracht (14. Minute), Top-Torjäger Simon Terodde glich mit seinem 16. Saisontor aus (33.).

«Das ist ein gerechtes 1:1», sagte Terodde bei Sky. «Wir hätten auch verlieren können.» Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune fand nur mühsam ins Spiel. In der Anfangsphase spielte sie zu bedächtig und verlor mehrfach Zweikämpfe gegen bissige Nürnberger. Die Franken erteilten dem Favoriten eine Lektion in schnellem, direktem Spiel. Mit einem Lehrbuch-Konter über Robin Hack und Nürnberger überraschten sie die HSV-Abwehr und gingen in Führung. Schon vier Minuten zuvor hatte Nürnberger eine Probe seines Könnens gegeben, als er mit einem 20-Meter-Schuss die Latte des HSV-Tores traf.

Thioune vertraute jener Mannschaft, die am vergangenen Sonntag mit 3:1 gegen Jahn Regensburg gewonnen hatte. Doch diesmal fehlten ihr Spritzigkeit und Durchschlagskraft. Sportdirektor Michael Mutzel bezeichnete die Startphase in der Sky-Halbzeitanalyse als «ein bisschen schlafmützig». So hatten die Hamburger wie gewohnt mehr Ballbesitz, die Gastgeber aber die besseren Möglichkeiten.

Der Ausgleich fiel aus dem Nichts. Tim Leibold und Bakery Jatta setzten sich über die linke Seite durch, und Terodde spitzelte den Ball gekonnt durch die Beine von FCN-Torhüter Christian Mathenia. Danach wurden die Gäste mutiger. Doch im zweiten Durchgang das gleiche Bild wie zu Beginn: Dem Tabellenführer fehlten Bissigkeit und Tempo. Mit einer Einzelaktion, gerade durch Tor-Garant Terodde, hätten die Norddeutschen die Partie für sich entscheiden können. Doch es blieb beim gerechten Remis. «Wir müssen uns damit heute zufrieden geben», sagte HSV-Torhüter Sven Ulreich.

Die Insiderkenntnisse zweier Ex-HSVer beim 1. FC Nürnberg hatten sicherlich Anteil am Teil-Erfolg der Gastgeber. Thioune-Vorgänger Dieter Hecking, jetzt Sportvorstand bei den Nürnbergern, und der einstige HSV-Co-Trainer und jetzige FCN-Assistenzcoach Tobias Schweinsteiger hatten die Mannschaft glänzend eingestellt. Nürnbergs Cheftrainer Robert Klauß saß wegen einer Rotsperre auf der Tribüne. «Gegen den Ball haben wir eine extrem starke Leistung gezeigt», lobte Schweinsteiger sein Team. «Das war ein Schritt in die richtige Richtung.»

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