Nathalie M.: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

08.02.2021 Im Prozess um den Tod der 23-jährigen Nathalie M. aus Nordfriesland hat die Staatsanwaltschaft für den Angeklagten (47) eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes beantragt. Dies teilte das Landgericht Flensburg am Montag nach den Plädoyers mit. Zwar hätten sich laut Staatsanwaltschaft durch die Beweisaufnahme eine konkrete Tathandlung und eine Todesursache nicht aufklären lassen. Aufgrund einer Indizienkette sei aber festzustellen, dass der Angeklagte die Frau vorsätzlich getötet haben müsse. Ein fahrlässiges Verhalten des Angeklagten könne ausgeschlossen werden. Ebenso hätten Sachverständigengutachten dokumentiert, dass Nathalie M. nicht infolge einer unerkannten Herzerkrankung zu Tode gekommen sein könne.

Der 47-Jährige Angeklagte sitzt beim Auftakt des Prozesses um den Tod der 23-jährigen Nathalie M. im Gerichtssaal. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Verteidigung beantragte Freispruch. Sie sehe nach der Beweisaufnahme keine gesicherten Feststellungen, die zu einer Verurteilung reichen würden, gab das Gericht an. So sei nicht mit der notwendigen Überzeugung festzustellen, dass der Angeklagte Nathalie M. vorsätzlich getötet habe. Zudem hätten die Sachverständigen nach Auffassung der Verteidigung zahlreiche Anhaltspunkte genannt, die darauf hindeuten, dass die Frau auch infolge einer unerkannten Herzerkrankung gestorben sein könnte. Der Angeklagte machte dem Gericht zufolge bis zum Schluss von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Sein Urteil will das Gericht an diesem Freitag verkünden. Der Fall hatte 2019 bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die 23-Jährige aus Stadum war vermisst worden. Dann wurde ihre Leiche am Rande eines Feldweges nahe der dänischen Grenze gefunden. Der Angeklagte und Nathalie M. sollen sich über eine Datingplattform im Internet kennengelernt haben, auf der sie sich prostituiert haben soll. Am 17. August 2019 soll der heute 47-Jährige mit ihr zu einem abgelegenen Waldweg in Schafflund gefahren sein und sie laut Anklage dort getötet haben. Mit ihrer Anklage vom 9. Dezember 2019 hatte die Staatsanwaltschaft dem Mann noch Totschlag vorgeworfen und nicht Mord.

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