Umfrage: Hamburger halten Atomausstieg für gut, aber zu spät

10.03.2021 Eine große Mehrheit der Hamburger hält den Atomausstieg Deutschlands laut einer Umfrage für richtig, allerdings kommt er ihrer Ansicht nach zu spät. Etwa 80 Prozent der Befragten stehen hinter der Entscheidung der Bundesregierung, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Befragung des Nürnberger Marktforschungsinstituts Mindline Energy im Auftrag des städtischen Versorgers Hamburg Energie. Anlass für die Umfrage ist der zehnte Jahrestag der Nuklearkatastrophe in Fukushima am 11. März 2011. Eine besonders hohe Zustimmung zum Atomausstieg mit 87 Prozent gibt es demnach bei den 30- bis 39-Jährigen, der geringste Wert wurde mit 75 Prozent bei den 60- bis 69-Jährigen erreicht.

Dampf steigt aus den Kühltürmen eines Atomkraftwerkes. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rund zwei Drittel der Hamburger hätten sich der Umfrage zufolge einen früheren Ausstieg aus der Atomenergie gewünscht, wobei auch hier die Jüngeren (18 bis 29 Jahre) mit 68 Prozent stärker dieser Meinung sind als die Älteren (60 bis 69 Jahre) mit 58 Prozent. Hauptgrund für die Notwendigkeit des Atomausstiegs ist für drei Viertel der Befragten die Gefährlichkeit der Kernenergie. Die größten Sorgen bereiten die ungeklärte Frage der Atommüllendlagerung (72 Prozent), gefolgt von den Gefahren für Umwelt und Gesundheit durch radioaktive Strahlen.

60 Prozent der Befragten geht der Ausbau der erneuerbaren Energien zu langsam voran, etwa ein Fünftel beurteilt das Ausbautempo den Angaben zufolge als genau richtig. Für rund zehn Prozent ist es zu schnell oder nicht wichtig. In dieser Frage erscheinen in der Umfrage vor allem die Älteren (60 bis 69 Jahre) als die Drängler. Von ihnen halten demnach fast drei Viertel das Ausbautempo für zu langsam, während das bei den 18- bis 29-Jährigen nur für etwa die Hälfte der Befragten gilt.

«Interessant ist, dass insbesondere den älteren Befragten der Ausbau nicht schnell genug geht, sie aber weniger als die Jüngeren bereit sind, eine Art Ausbaubeitrag von beispielsweise drei Euro im Monat dafür zu zahlen», erklärte Hamburg-Energie-Geschäftsführer Michael Prinz. Insgesamt ist die Hälfte der Befragten der Umfrage zufolge bereit, für Ökostrom mehr zu bezahlen, sofern damit der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben wird.

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