Land beschließt Regeln für Kreise mit hoher Inzidenz

28.03.2021 Noch hat Schleswig-Holstein im Bundesvergleich niedrige Corona-Inzidenzen. Doch auch im Norden steigen die Werte. Ab einer Inzidenz über 100 sollen strengere Regeln gelten.

Daniel Günther (CDU), schleswig-holsteinischer Ministerpräsident. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Landesregierung hat Regelungen für Kreise und kreisfreie Städte mit hohem Corona-Infektionsgeschehen beschlossen. Liegt die Inzidenz an drei hintereinander folgenden Tagen über 100 und ist das Ausbruchsgeschehen nicht nahezu vollständig eingrenzbar, dürfen sich etwa Haushalte nur noch mit einer weiteren Person treffen, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Dies gelte sowohl im privaten wie auch im öffentlichen Raum. Kinder unter 14 Jahren zählen nicht mit.

Am Samstag überschritten drei Kreise diese wichtige Marke von 100 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche: Segeberg (107,2), Pinneberg (104,7) und Flensburg (104,3).

Die Landesregierung will die Lage in den Regionen weiterhin jeden Mittwoch bewerten und gemeinsam mit betroffenen Kommunen Schritte für die Folgewoche veranlassen. Bei deutlich erhöhter Infektionsdynamik könne dies kurzfristig erfolgen, hieß es.

Kitas sollen dann nur noch eine Notbetreuung anbieten. Schulen wechseln in den Distanzunterricht. Für die Klassen 1 bis 6 gibt es eine Notbetreuung. Für Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf soll es Betreuungsangebote geben. Präsenzunterricht findet nur in Abschlussjahrgängen statt.

In Regionen mit hoher Inzidenz dürfen nur noch Läden für den täglichen Bedarf wie Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Wochenmärkte oder Baumärkte öffnen. Es darf nur eine Person pro Haushalt einkaufen. Im übrigen Einzelhandel dürfen nur noch vorbestellte Waren abgeholt werden. Erfolgt die Warenausgabe drinnen, dürfen Kunden die Verkaufsräume nur einzeln betreten.

Bei Dienstleistungen mit Körperkontakt müssen Kunden in Kreisen und kreisfreien Städten mit mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen künftig negative Tests vorlegen. Dies gilt nicht für medizinisch und pflegerisch notwendige Dienstleistungen sowie Besuche von Friseuren oder Nagelstudios. Sport ist nur mit im selben Haushalt lebenden Personen oder einer anderen Person möglich.

Unterdessen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein weiter. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in 7 Tagen lag am Samstag bei 66,5, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums in Kiel hervorgeht. Am Freitag lag der Wert bei 65,5, am Samstag vor einer Woche bei 59,4. Der bundesweite Durchschnitt betrug laut Robert Koch-Institut am Sonntag bundesweit 129,7 - und damit höher als am Vortag (119,1).

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen lag im Norden am Samstag bei 329. Am Samstag vergangener Woche waren es 305. Die Zahl der Toten blieb bei 1426. Im Krankenhaus wurden 186 Corona-Patienten behandelt, 45 von ihnen intensivmedizinisch, 23 wurden beatmet.

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