Hamburger Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI unter 100

28.04.2021 In Hamburg gehen die Corona-Zahlen weiter zurück. Bis sich das in Lockerungen niederschlägt, dürfte aber noch einige Zeit vergehen. Einen Jo-Jo-Effekt durch schnelle, unvorsichtige Schritte will der rot-grüne Senat verhindern.

Eine FFP2-Maske liegt auf einem Tisch. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Hamburg ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Wochenvergleich weiter gesunken - laut Robert Koch-Institut sogar auf unter 100. Am Mittwoch kamen nach Angaben der Gesundheitsbehörde 319 neu nachgewiesene Infektionen hinzu. Das sind zwar 109 Fälle mehr als am Dienstag, aber 81 weniger als am Mittwoch vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, ging laut Behörde von 114,3 auf 110,0 zurück. Vor einer Woche hatte der Wert 130,3 betragen.

Auf anderer Berechnungsgrundlage hatte das Robert Koch-Institut (RKI) zuvor für Hamburg erstmals seit Wochen wieder eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 angegeben. Mit 95,3 wies die Hansestadt laut RKI den bundesweit zweitniedrigste Wert nach Schleswig-Holstein (70,3) auf.

Hamburg hatte Mitte März die sogenannte Corona-Notbremse gezogen, nachdem die Inzidenz über 100 gestiegen war, und unter anderem eine nächtliche Ausgangsbeschränkung verhängt. Als Messlatte - auch für mögliche Lockerungen der Corona-Einschränkungen - hält sich der rot-grüne Senat an den von der Gesundheitsbehörde errechneten, höheren Inzidenzwert.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sieht in der im Ländervergleich positiven Entwicklung Hamburgs einen Beleg für die Wirksamkeit der harten Einschränkungen. Um einen Jo-Jo-Effekt zu verhindern, kommen Lockerungen für ihn erst in Betracht, wenn der Inzidenzwert stabil deutlich unter 100 liegt.

In der Diskussion um die Aufhebung der Corona-Beschränkungen für Geimpfte und Genesene forderte Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) eine bundeseinheitliche Regelung. «Hoffentlich bekommen wir bald einen einheitlichen, elektronischen Impfnachweis», sagte sie. «Es bringt insbesondere Menschen in einem Stadtstaat nichts, wenn die Regelungen von Land zu Land unterschiedlich sind.»

Zwischen Geimpften oder Genesenen und negativ Getesteten gebe es einen Unterschied, stellte die Senatorin fest. «Nach der aktuellen wissenschaftlichen Lage ist jemand, der geimpft ist, sehr wahrscheinlich viel weniger ansteckend als jemand, der nur mit einem Antigen-Test negativ getestet wurde.» Eine vollständige Schutzimpfung sei daher einem negativen Testergebnis vorzuziehen, «wenn es um Ausnahmen von Einschränkungen geht».

Die Bundesregierung will in der kommenden Woche einen Entwurf für eine entsprechende Verordnung vorlegen. Bis Bundestag und Bundesrat darüber entschieden haben, dürften Tschentscher zufolge aber noch Wochen vergehen. Nach dem Impfgipfel von Bund und Ländern am Montag hatte er vor unvorsichtigen Schritten gewarnt.

Unterdessen stieg die Zahl der an oder im Zusammenhang mit Corona in Hamburg gestorbenen Menschen laut RKI um 7 auf 1474. Seit Ausbruch der Pandemie haben sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde nachweislich 71 238 Hamburgerinnen und Hamburger mit Sars-CoV-2 infiziert; 62 300 von ihnen gelten dem RKI zufolge inzwischen als genesen.

In den Hamburger Krankenhäusern wurden der Gesundheitsbehörde zufolge mit Stand Dienstag 304 Covid-19-Patienten behandelt, 2 weniger als am Montag. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen sank um 4 auf 110.

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