Schwere Panne bei schriftlicher Biologie-Abiturprüfung

04.05.2021 Wegen einer schweren Panne bei der schriftlichen Biologie-Abiturprüfung in Hamburg können nun knapp 3000 Schüler wählen, ob sie eine mildere Bewertung haben oder eine neue Klausur schreiben wollen. Die Entscheidung müsse aber bis Freitag getroffen werden, teilte die Schulbehörde am Dienstag mit. Sprecher Peter Albrecht betonte: «Wir bedauern sehr, dass es hier zu gravierenden Fehlern gekommen ist.»

Ein Schild mit der Aufschrift „Abitur - Bitte Ruhe!“ hängt an einer Tür. Foto: Felix Kästle/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Den Angaben zufolge waren den Schülern am Montag mit den Prüfungsunterlagen fehlerhafte Grafiken ausgehändigt worden. Der Fehler sei bei der Umwandlung von «Word»- in «pdf»-Dateien passiert und habe sich bei einer noch während der Prüfung verschickten Korrektur wiederholt. Betroffen waren den Angaben zufolge 2990 der insgesamt rund 9900 Hamburger Abiturientinnen und Abiturienten.

Um den Schülerinnen und Schülern entgegenzukommen, hatte die Behörde nach eigenen Angaben noch während der Prüfung eine Verlängerung der Arbeitszeit um 30 Minuten ermöglicht. Alternativ sei angeboten worden, die Klausur abzubrechen und in rund drei Wochen eine neue Klausur zu schreiben.

Die Anpassung des eigentlich zentral vorgegebenen Bewertungsmaßstabes soll von den einzelnen Schulen nun selbst vorgenommen werden. Dabei sollen die Lehrkräfte die jeweiligen Prüfungssituationen einbeziehen. So hätten einzelne Schulen erhebliche Irritationen ihrer Schülerinnen und Schüler gemeldet, andere dagegen einen trotz der schwierigen Umstände gefassten und ruhigen Prüfungsverlauf.

Für die seit dem 23. April in Hamburg laufenden Abiturprüfungen stellt die Schulbehörde 54 Aufgabensätze für 27 Unterrichtsfächer zentral zur Verfügung - in jedem Fach einen Aufgabensatz auf grundlegendem Niveau (früher «Grundkurs») und einen auf erweitertem Niveau (früher «Leistungskurs»). In Biologie fanden 1708 Klausuren auf erhöhtem und 1182 auf grundlegendem Anforderungsniveau statt.

Die CDU-Schulexpertin Birgit Stöver forderte eine umfassende Aufklärung der Panne durch Schulsenator Ties Rabe (SPD). So seien die Prüfungen erst nach über drei Stunden Bearbeitungszeit unterbrochen und den Schülerinnen und Schülern freigestellt worden, ob sie nachschreiben oder mit neuem Material erneut beginnen wollen.

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