18-Jähriger wegen Mordversuchs vor Gericht

04.06.2021 Er trinkt mal wieder zu Hause. Seine Mutter droht, ihn rauszuwerfen. Da soll er mit einem Küchmesser zum Nachbarn gelaufen sein. Jetzt startet der Prozess um einen mutmaßlichen Mordversuch.

Die Aufschrift «Landgericht» am Eingang des Landgerichts in Kiel. Foto: Markus Scholz/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wegen versuchten Mordes aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen muss sich ein 18-Jähriger seit Freitag vor dem Kieler Landgericht verantworten. Die Anklage wirft dem jungen Mann vor, nach einem Streit mit seiner Mutter ein Küchenmesser genommen und es einem Nachbarn in den Hals gerammt zu haben. Anschließend habe er dem Mann ins Gesicht geschlagen, sagte die Staatsanwältin. «Er glaubte, ihn getötet zu haben und machte noch ein Selfie» - mit der blutverschmierten Tatwaffe in der Hand.

Mit der Messerattacke wollte der mehrfach vorbestrafte 18-Jährige demnach «wieder ins Gefängnis». Seine Mutter habe zuvor im Streit gedroht, ihn nicht mehr zu Hause zu dulden. Sie hatte beim Nachhausekommen von der Spätschicht den 18-Jährigen, seinen kleineren Bruder und dessen Kumpel in ihrer Wohnung betrunken vorgefunden.

Vor Gericht erklärte der juristisch als Heranwachsender geltende Angeklagte, er habe keine Erinnerung an Einzelheiten der Tat. Er habe nie jemanden töten wollen und wisse auch nicht, was in ihn gefahren sei, betonte er. Die Tat tue ihm leid. Er sei betrunken gewesen und ausgerastet, weil seine Mutter «mir mal wieder die Schuld gab», sagte er.

Er trank seit eigenen Angaben seit dem 14. Lebensjahr, nahm auch Drogen und ist als Intensivtäter polizeibekannt. Wegen Gewaltdelikten verbüßte er bereits ein Jahr und zehn Monate Jugendstrafe, wie er eingestand. Zur Zeit sitzt er in Untersuchungshaft.

Bei seiner Festnahme kurz nach der Tat am 17. Februar 2021 in einer kleinen Gemeinde im Kreis Segeberg sagte der Angeklagte nach Aussage eines Polizeizeugen: «Ich wollte ihn töten. Ich will in den Knast, meine sechs Jahre absitzen». Ein Alkoholtest ergab damals fast zwei Promille. Die Urteilsverkündung ist für den 25. Juni geplant.

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