Wechselunterricht startet: Verband fordert Lehrerimpfung

22.02.2021 Noch gibt es keinen normalen Schulalltag in Hessen. Doch für die Jüngsten gibt es nach vielen Wochen endlich ein Wiedersehen mit den Schulfreunden in der Klasse. Die Landtagsopposition fordert weitere Öffnungskonzepte.

Ein leeres Klassenzimmer an einer Grundschule. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Rückkehr in den Unterricht für Schüler der Klassen eins bis sechs in Hessen hat nach einer ersten Einschätzung des Kultusministeriums gut geklappt. Der Corona-Öffnungsschritt mit dem Start des Wechselunterrichts am Montag sei für die Schulen mit einem großen organisatorischen Aufwand verbunden, teilte das Ministerium am Montag in Wiesbaden mit. «Die ersten Rückmeldungen stimmen uns aber positiv, dass die Schulen diesen gut meistern.» Für fundiertes Fazit sei es jedoch noch etwas zu früh.

Mit dem Start des Wechselunterrichts wird nach Angaben des Kultusministeriums rund 360 000 Schülern dieser Altersstufe wieder Unterricht in der Schule ermöglicht. Für eine Notbetreuung für mindestens einen Tag hätten sich in dieser Woche 76 000 Schüler angemeldet.

Durch das Modell des Wechselunterrichts werden die Schulklassen aufgeteilt: Eine Hälfte wird in der Schule unterrichtet, die andere Hälfte lernt zu Hause. Die Gruppen können tage- oder wochenweise tauschen. Welches Modell des Wechselunterrichts konkret praktiziert wird, entscheiden die Schulen in Eigenregie. Mit diesem Vorgehen können die Kontakte reduziert und Corona-Abstände besser eingehalten werden.

Zum Schutz vor einer Corona-Infektion gilt ab der ersten Klasse eine grundsätzliche Maskenpflicht in Hessens Schulen. Die kleinen Kinder müssen aber nicht zwingend eine medizinische Maske tragen. Zu dem Paket an Hygienemaßnahmen gehört etwa auch das regelmäßige Lüften in den Klassenzimmern. Die hessische Landesregierung hatte im Dezember die Präsenzpflicht in der Schule für diese Jahrgangsstufen ausgesetzt. Ab Klasse sieben gilt in Hessen mit Ausnahme der Abschlussklassen Distanzunterricht.

Der hessische Philologenverband forderte, mit den Schulöffnungen müssten Impfangebote für alle Lehrkräfte verbunden sein. Auch die Schulen seien nachweislich Infektionsorte. In Innenräumen sei die Ansteckungsgefahr besonders hoch, selbst von symptomfreien Kindern und Jugendlichen könne eine Infektiosität ausgehen. Neben den Schülern der Klassen eins bis sechs habe auch für die Oberstufenschüler der Qualifikationsphase an den Gymnasien der Unterricht wieder begonnen.

Der allgemeine Corona-Lockdown in Hessen mit der Schließung des Einzelhandels, von Restaurants und Kultureinrichtungen gilt zunächst weiter bis 7. März. Auch die allgemeinen Kontaktbeschränkungen haben so lange weiter Bestand. Neben der ersten Lockerung für die Schulen seit Montag können auch die Kitas wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb gehen. Sie öffnen grundsätzlich wieder für alle Kinder, aber unter strengen Corona-Regeln. Ab dem 1. März dürfen dann auch Friseursalons wieder öffnen.

Die Landtagsopposition machte sich für weitere Öffnungsschritte stark. Die SPD-Fraktion forderte einen Stufenplan zur Wiedereröffnung der Wirtschaftsbranchen, die sich aktuell im Corona-Lockdown befinden. Die FDP-Fraktion mahnte eine Perspektive für die rund 7600 Sportvereinen im Land und ein Konzept für den Wiedereinstieg in den Sportbetrieb an.

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