Einkaufswagen-Streit: Angeklagter bestreitet Tötungsabsicht

30.03.2021 Im Prozess um den Streit um einen Einkaufswagen hat ein 30 Jahre alter Angeklagter vor dem Landgericht Hanau zum Auftakt eine Tötungsabsicht bestritten. Sein Kontrahent sei ihm «vor das Auto gesprungen», er habe ihn nicht verletzten wollen, sagte er am Dienstag. Der 30-Jährige soll laut Anklage nach einem Streit einen 42-Jährigen in Schöneck (Main-Kinzig-Kreis) absichtlich angefahren haben. Deshalb muss er sich nun wegen versuchten Totschlags verantworten.

Ein Schild mit dem Landeswappen ist am Gebäude des Land- und Amtsgerichtes befestigt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ausgangspunkt der Tat soll laut Anklage ein Streit um einen Einkaufswagen bei einem Discounter gewesen sein. Laut Staatsanwaltschaft soll es in dem Supermarkt zunächst zu einer Verwechslung des Einkaufswagens gekommen sein, in dessen Verlauf der 30-Jährige eine «witzige Bemerkung» gegenüber einem 42-Jährigen gemacht habe. Anschließend sei es auf dem Parkplatz des Discounters zu einem lauten Streit mit körperlichen Drohgebärden gekommen, ehe beide Streithähne sich zunächst beruhigt hätten. Der Jüngere habe schließlich seinen Kontrahenten kurz mit dem Auto verfolgt, dann aber zunächst abgedreht.

Rund eineinhalb Stunden später sei es dann in einem Wohnviertel zu einer erneuten Konfrontation gekommen, als der 42-Jährige seinen mutmaßlichen Verfolger zur Rede stellen wollte. Dabei habe der angeklagte Türke Vollgas gegeben und den 42-Jährigen angefahren. Das Opfer rutschte laut Anklage über das Dach und schlug auf dem Bürgersteig auf. Dort soll der Angeklagte ihm demnach ins Gesicht getreten haben. Der Mann erlitt mehrere Knochenbrüche, Riss- und Schürfwunden. Der Angeklagte habe «den Tod des Opfers zumindest billigend in Kauf genommen», so die Staatsanwaltschaft. Der Prozess soll am 15. April fortgesetzt werden (Az.: 3355 Js 2327/20).

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