Anklage gegen mutmaßliche IS-Rückkehrerin erhoben

30.03.2021 Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen eine mutmaßliche IS-Rückkehrerin erhoben, die im vergangenen Oktober bei ihrer Ankunft am Frankfurter Flughafen festgenommen worden war. Wie ein Sprecher am Dienstag mitteilte, besteht gegen die 32 Jahre alte deutsche Staatsangehörige der Verdacht der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, der Kriegsverbrechen nach dem Völkerstrafgesetzbuch sowie der Verbrechen nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz.

Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bereits seit 2011 soll die Frau Kontakte zur islamistischen Szene gehabt haben. Ihr werde zur Last gelegt, im Juni 2014 gemeinsam mit ihrem Ehemann über Luxemburg und die Türkei nach Syrien ausgereist zu sein und sich der damaligen Organisation «Islamischer Staat in Irak und Großsyrien» (ISIG) angeschlossen zu haben, die später in «Islamischer Staat» umbenannt worden sei. Zwischen August 2014 und Juli 2016 soll sie ihrem Mann, der sich nach einer militärischen Ausbildung dem IS angeschlossen haben soll, zu dessen jeweiligen Einsatzorten gefolgt sein, ihn unterstützt und seine Kampfhandlungen befürwortet haben.

Im Gegenzug sollen die Eheleute vom IS monatlich 80 bis 100 US-Dollar als Alimentation erhalten haben, wobei die Hälfte davon der Frau für ihre Aufgaben zugestanden habe. Im Kriegsgebiet in Syrien sollen die beiden zwischen September 2014 und Juli 2016 im Gouvernement Aleppo sechs vom IS zugewiesene Unterkünfte besetzt haben, deren Besitzer die Terrororganisation zuvor vertrieben, inhaftiert oder getötet habe, hieß es weiter.

Im August 2014 soll die Frau gemeinsam mit ihrem Mann Schießübungen mit einem ihr vom IS zur Verfügung gestellten Sturmgewehr absolviert haben, das sie bis zu ihrer Flucht aus dem IS-Herrschaftsgebiet im August 2016 bei sich gehabt habe. Danach soll sie sich noch mehrere Jahre in Syrien auf dem von der sogenannten Freien Syrischen Armee (FSA) beherrschten Gebiet aufgehalten haben, bis sie sich zur Rückkehr nach Deutschland entschlossen habe.

Die Frau war nach ihrer Ankunft in Deutschland am 2. Oktober vergangenen Jahres festgenommen worden, seither befindet sie sich in Untersuchungshaft. Der zunächst mit dem Fall befasste Generalbundesanwalt hatte die Ermittlungen am 5. Oktober 2020 an die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt abgegeben.

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