Hessen setzt Astrazeneca-Impfungen für unter 60-Jährige aus

31.03.2021 Hessen reagiert auf die neuerlichen Einschränkungen beim Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Das Land verspricht, keinen Impftermin abzusagen.

Ampullen mit dem Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca stehen in einer Arztpraxis auf dem Tisch. Foto: Nicolas Armer/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hessen hat die Corona-Impfungen für unter 60-Jährige mit dem Wirkstoff von Astrazeneca ausgesetzt. Das Land folge damit der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) des Robert Koch-Instituts (RKI), teilte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden mit. Die davon betroffenen rund 12 500 Bürgerinnen und Bürger mit Impfterminen in den 28 hessischen Impfzentren würden stattdessen Vakzine der Firmen Biontech oder Moderna erhalten. «Der Wechsel erfolgt unkompliziert und unbürokratisch vor Ort in den Impfzentren.»

Der Impfstoff von Astrazeneca soll nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern fortan in der Regel nur noch für Personen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Zuvor hatte die Stiko eine solche Altersbeschränkung für Astrazeneca empfohlen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen.

Von den 208 000 Hessinnen und Hessen, die bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, seien mehr als die Hälfte jünger als 60 Jahre, erklärte die Landesregierung. Ihre Termine für die Zweitimpfungen sollen in den Monat Mai verschoben werden. Nach Stiko-Angaben soll bis Ende April 2021 geprüft werden, ob unter 60-Jährige grundsätzlich ihre Zweitimpfung mit dem Vakzin erhalten können. Die Frist zwischen Erst- und Zweitimpfung betrage maximal zwölf Wochen.

Bouffier erneuerte seinen Appell an die Menschen, sich impfen zu lassen. «Wenn ich an der Reihe bin und mir Astrazeneca angeboten wird, werde ich das Angebot annehmen», erklärte er. Der Nutzen überwiege die Risiken bei Weitem, denn der Wirkstoff schütze zuverlässig vor einem schweren oder gar tödlichen Krankheitsverlauf.

Unter 60-Jährige, die einen Impftermin mit Astrazeneca hatten, seien in den Impfzentren schon am Mittwoch mit Biontech oder Moderna geimpft worden, erläuterte Innenminister Peter Beuth (CDU). Dafür greife das Land auch auf Rücklagen zurück, die es mit diesen Impfstoffen - wie vom Bund vorgegeben - gebildet habe. Hessen hat den Angaben zufolge bisher gut 290 000 Dosen des Herstellers Astrazeneca erhalten, rund 208 000 Dosen wurden bis einschließlich Dienstag gespritzt.

Limitierender Faktor beim Impfen sei nach wie vor der Mangel an Impfstoff, erklärte Beuth. Die Versorgung solle jedoch in den nächsten Wochen deutlich besser werden. Der Minister ging davon aus, dass Hessen die zweite Millionen-Marke sehr viel schneller schaffen werde, als die erste Million verabreichter Impfdosen. Bei der Impf-Reihenfolge bleibe es bei den bisherigen Priorisierungsgruppen. Im Registrierungssystem seien derzeit rund 650 000 Menschen vermerkt, die noch keinen Termin haben.

Im Kampf gegen das Virus wurden dem RKI zufolge bis einschließlich Dienstag (Stand Mittwoch 8.00 Uhr) in Hessen 1 025 435 Impfdosen verabreicht.

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