Kassel erinnert an NSU-Opfer Yozgat

06.04.2021 Wegen der Corona-Pandemie hat die Stadt Kassel in diesem Jahr nur in kleinem Rahmen an den mutmaßlich vom Nationalsozialistischen Untergrund NSU ermordeten Kasseler Bürger Halit Yozgat erinnert. Der Mord an dem türkischstämmigen Besitzer eines Internetcafes jährte sich am Dienstag zum 15. Mal. «Dies war ein dunkler und trauriger Tag in der Geschichte unserer Stadt und unseres Rechtsstaates», sagte Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) über die Tat bei einer Gedenkveranstaltung von Stadt und Yozgats Familie.

Blumen liegen am Gedenkstein für die NSU-Opfer auf dem Halitplatz. Foto: Uwe Zucchi/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Am 6. April 2006 war Yozgat im Stadtteil Nord-Holland mutmaßlich als Opfer einer Mordserie erschossen worden. «Diese Anschläge rissen nicht nur geliebte Menschen gewaltsam in den Tod, sie waren auch Angriffe auf unsere Demokratie», erklärte Geselle. Der Generalkonsul der Türkei in Frankfurt, Erdem Tunçer, betonte: «Am 15. Jahrestag der Ermordung von Halit Yozgat durch den NSU verurteilen wir erneut den rechtsextremen und rassistischen Terror aufs Schärfste.»

Als NSU hatten sich die Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt bezeichnet, die zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordeten. Ihre Opfer waren acht türkischstämmige und ein griechischstämmiger Kleinunternehmer sowie eine Polizistin. Die Mittäterin Beate Zschäpe wurde 2018 verurteilt. Mundlos und Böhnhardt nahmen sich 2011 das Leben.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News