Klima-Aktivisten zeigen am Dannenröder Wald wieder Präsenz

09.04.2021 Umweltaktivisten wollen bei einem «Klimacamp im Danni» in der Nähe der Baustelle der umstrittenen neuen A49-Trasse in Mittelhessen ein Zeichen für eine Verkehrswende setzen. Zehn Tage lang stehen am Dannenröder Wald in Homberg/Ohm (Vogelsbergkreis) Workshops, Vorträge oder Diskussionen auf dem Programm. Es gehe auch darum zu zeigen, dass der Protest gegen den Ausbau der Autobahn 49 weitergehe, sagte eine Sprecherin der Camp-Organisation, zu der auch das Bündnis «Wald statt Asphalt gehört».

Ein verkleideter Aktivist steht im Wald. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Sprecherin schätzte zu Beginn des Camps am Freitag die Teilnehmerzahl auf etwa 200. Für die kommenden Tage erwartete sie ähnlich viele Aktivisten. Auch die Polizei war vor Ort, die einem Sprecher zufolge zunächst von einem friedlichen Verlauf ausging. Man behalte die Lage im Blick.

Im vergangenen Herbst stand der Dannenröder Wald im Mittelpunkt von heftigen Protesten von Umwelt- und Klimaschützern: Sie hatten Baumhausdörfer und Barrikaden errichtet, um die Rodungen für den Weiterbau der A49 zu verhindern beziehungsweise zu verzögern. Bäume wurden nicht nur im Dannenröder Forst, sondern auch im Maulbacher Wald bei Homberg sowie im Herrenwald bei Stadtallendorf (Kreis Marburg-Biedenkopf) gefällt.

Die großflächigen Rodungen sind mittlerweile abgeschlossen, Anfang März übernahm die Baugesellschaft offiziell die Flächen. Bis Ende 2024 soll der Hauptteil der Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Autobahn soll Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden. Während sich die Befürworter weniger Verkehrsbelastung in Dörfern der Region und eine bessere Straßenanbindung erhoffen, sehen die Aktivisten das Projekt im Widerspruch zu einer umweltfreundlichen Verkehrswende.

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