24-Stunden-Streik im Continental-Werk Karben

15.04.2021 Der 24-Stunden-Streik in dem von Schließung bedrohten Werk des Autozulieferers Continental in Karben hat begonnen. Die Gewerkschaft hatte ihre Mitglieder aufgerufen, am Donnerstag gar nicht erst zur Arbeit zu erscheinen, so dass am Werkstor nur eine kleine Streikwache ihren Platz einnahm. Die Arbeit soll bis 06.00 Uhr am Freitag möglichst in allen Abteilungen ruhen, hatte der Frankfurter Bevollmächtigte der Gewerkschaft, Michael Erhardt, angekündigt.

Blick auf das Logo des Reifenherstellers Continental. Foto: Roberto Pfeil/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Continental will das Werk mit rund 1100 Beschäftigten zum Jahr 2023 aus Wettbewerbsgründen schließen. Am Dienstag war die dritte Verhandlungsrunde um einen Sozialtarifvertrag ergebnislos geblieben. Eigentlich lehnen Gewerkschaft und Betriebsrat die Schließung rundweg ab, verhandeln aber gleichzeitig über den Sozialtarifvertrag. Dies schafft die rechtliche Grundlage für Arbeitskampfmaßnahmen wie den nun begonnenen 24-Stunden-Streik. Für kommenden Montag (19. April) ist laut Continental eine weitere Verhandlungsrunde geplant.

Im südhessischen Conti-Werk in Babenhausen hatten die dortigen Beschäftigten in den Verhandlungen um einen Sozialtarifvertrag eine Verlängerung der Produktion um drei Jahre erreicht. In Karben verlangt die Gewerkschaft Qualifizierungsangebote und Abfindungen von bis zu 250 000 Euro für langjährig Beschäftigte.

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