Bilanz: Klimacamp am Dannenröder Forst friedlich verlaufen

19.04.2021 Nach dem zehntägigen Klimacamp am Dannenröder Forst in Mittelhessen hat die Polizei eine positive Bilanz ihres Einsatzes gezogen. Die Veranstaltungen auf den angemeldeten Versammlungsflächen seien «friedlich und ohne polizeiliche Relevanz» verlaufen, teilte die Polizei am Montag mit. Während mehrerer Aktionen habe es insgesamt sechs vorübergehende Festnahmen gegeben. Die betreffenden Personen seien nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen worden. Verletzte habe es nach bisherigen Informationen nicht gegeben.

Ein gemaltes Herz ist auf einem Baum im Dannenröder Forst zu sehen. Foto: Silas Stein/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Für den Weiterbau der Autobahn 49 waren im Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm (Vogelsbergkreis) sowie im Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) und im ebenfalls nahe Homberg/Ohm gelegenen Maulbacher Wald Bäume gerodet worden. Dagegen hatten Umwelt- und Klimaschützer protestiert, die vor allem im Dannenröder Forst zahlreiche Baumhäuser und Barrikaden errichteten, die im vergangenen Herbst schrittweise geräumt wurden.

Mit dem Camp vom 9. bis 18. April hatten die Aktivisten ihre Forderung nach einer Verkehrswende untermauern und zeigen wollen, dass der Protest gegen den Ausbau der A49 weitergeht. In Workshops diskutierten sie zudem weitere gesellschaftspolitische Themen.

Die Polizei registrierte während des Camps zwölf Strafanzeigen, darunter wegen des Verdachts der Nötigung, versuchter gefährlicher Körperverletzung, versuchter Gefangenenbefreiung, Widerstand, Sachbeschädigung und Beleidigung. Unter anderem hätten ein Mann und eine Frau an einer Baustelle für die zukünftige Glentalbrücke den Ausleger eines Baggers erklettert, während dieser in Betrieb gewesen sei. Die Arbeiten seien daraufhin sofort eingestellt worden, hieß es. Erst als ein Hubsteiger hinzugeholt wurde, um die beiden Personen zu bergen, hätten sie den Bagger verlassen.

Aufgabe der Beamten sei gewesen, einen störungsfreien und friedlichen Verlauf der angemeldeten Versammlung zu gewährleisten und zugleich die Arbeiter und Maschinen bei den notwendigen Bauarbeiten zu schützen, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zu verhindern und zu verfolgen, hieß es. Schätzungen zufolge seien täglich etwa 120 Teilnehmer in dem Camp gewesen, an den Wochenenden deutlich mehr.

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