Ciesek: Asthma-Spray kein «Game Changer» gegen Covid-19

20.04.2021 Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek ist skeptisch, dass das Asthma-Spray Budesonid beim Kampf gegen Covid-19 entscheidend sein wird. «Ich würde es nicht als «Game Changer» bezeichnen», sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstagabend im NDR-Podcast «Das Coronavirus-Update».

Ein Asthmatiker hält einen Asthmaspray in der Hand. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte die in «The Lancet» veröffentlichte Studie der Universität Oxford einen möglichen «Game Changer» genannt. «Die Ergebnisse machen klinisch Sinn, weil die antientzündliche Wirkung in der Lunge den Verfall der Lungenfunktion verhindern kann», schrieb der Mediziner auf Twitter. Es gebe zudem kaum Nebenwirkungen.

Die Studie habe aber «einige Schwächen», konterte Ciesek: Wenige Patienten, keine Kontrollgruppe - vor allem aber habe sich der Sauerstoffbedarf der Patienten nach Gabe des Sprays nicht verändert. «Dennoch macht es natürlich Hoffnung», sagte Ciesek. Es sei möglich, «dass es vielleicht Subgruppen gibt, die davon profitieren».

Auf keinen Fall sollten sich Menschen jetzt auf eigene Faust Budesonid besorgen. «Man sollte es vor allem nicht prophylaktisch nehmen, bevor man sich überhaupt infiziert, das würde gar nichts bringen und wäre sogar kontraproduktiv.»

Nicht allzu viel Hoffnung setzen würde Ciesek in UV-Strahlen und Vitamin D. Vitamin D3 zur Behandlung von Covid-19 wird in deutschen Kliniken nicht mehr in der Leitlinie empfohlen. UV-Licht mache zwar Erreger unschädlich - aber nur, wenn diese frei im Raum seien, nicht in menschlichen Zellen. «Es ist sicher nicht falsch, wenn sich jemand auf den Balkon in die Sonne setzt. Ich würde mir nur nicht viel davon erwarten», sagt Ciesek.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News