Bewusstlosen schwer misshandelt: Prozess beginnt

22.04.2021 Weil er einen bewusstlos am Boden liegenden Kontrahenten geschlagen und getreten haben soll, steht seit Donnerstag ein 19-Jähriger vor dem Landgericht Frankfurt. In dem Prozess geht es um versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Der Anklage zufolge war der Heranwachsende im August 2020 an einer U-Bahn-Station in der Frankfurter Innenstadt an einer Schlägerei beteiligt, bei der das spätere Opfer von einem unbekannt gebliebenen Mittäter zu Boden geschlagen worden war.

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Dessen ungeachtet soll er dem 16-Jährigen noch Tritte gegen den Kopf sowie fünf Faustschläge in das Gesicht verpasst haben. Das Opfer erlitt eine Gehirnerschütterung und einen Nasenbeinbruch.

Am ersten Verhandlungstag behauptete der Angeklagte, von den Angehörigen der gegnerischen Gruppe zunächst angegriffen und zu Boden gebracht worden zu sein. Er habe sich lediglich zur Wehr gesetzt. Warum es überhaupt zu dem Streit gekommen war, blieb unklar. Er selbst habe den Abend zuvor in einer Diskothek verbracht und sich auf dem Heimweg befunden.

Die Staatsanwaltschaft geht in Anbetracht der schweren Misshandlungen von einem bedingten Tötungsvorsatz aus. Als Beweismittel liegt dem Gericht auch eine Videoaufzeichnung der Tat vor. Die Jugendstrafkammer hat zunächst noch sieben weitere Verhandlungstage bis Anfang Juni terminiert.

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