Wohnimmobilien teils doppelt so teuer wie vor zehn Jahren

06.05.2021 Der Traum vom Eigenheim rückt für viele hessische Normalverdiener immer weiter in die Ferne. Wer sich im Rhein-Main-Gebiet ein Reihenhaus oder eine Eigentumswohnung mit gutem Wohnwert zulegen will, muss 2021 dafür rund doppelt so tief in die Tasche greifen wie noch vor zehn Jahren. Das geht aus dem am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten Preisspiegel des Immobilienverbands IVD Mitte hervor. Der Branchenerhebung zufolge legten die Kaufpreise auch in der Pandemie angesichts anhaltender Nachfrage, niedriger Zinsen und knappen Angebots teils kräftig zu.

Blick auf die Fassade eines Wohnhauses. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

So kostet ein durchschnittliches Reihenhaus in Frankfurt derzeit rund 680 000 Euro und damit 50 000 Euro mehr als 2020. Vor zehn Jahren (2011) hatte der Preis noch bei 350 000 Euro gelegen. Auch im Frankfurter Umland stiegen die Durchschnittspreise um 50 000 Euro auf 550 000 Euro. Eine Dekade früher hatte ein Haus 250 000 Euro gekostet. Im Vordertaunus blieben die Preise mit rund 700 000 Euro im Vergleich zum Vorjahr stabil, lagen aber auch rund doppelt so hoch wie 2011 (370 000 Euro). Ähnlich entwickelten sich die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen.

Gerade in Städten und gut angebundenen Regionen wird die Finanzierung eines Eigenheims für Normalverdiener dadurch immer schwieriger, wie Verbandssprecher Frank Alexander erläuterte. Wer mit Anfang 30 kein Erbe oder einen ähnlichen Grundstock an Kapital mitbringe, habe wenig Chancen, die Kaufpreise zu stemmen.

Es gibt allerdings regional deutliche Unterschiede. Für ein frei stehendes Haus mit gutem Wohnwert werden in Frankfurt und im Vordertaunus derzeit den Angaben zufolge im Schnitt 1,1 Millionen Euro fällig. Im Umland von Kassel hingegen liegt der Preis für eine vergleichbare Immobilie bei durchschnittlich 260 000 Euro.

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