Mord an Karry: «Kämpfer für Freiheit und Demokratie»

10.05.2021 40 Jahre nach dem Mord an Heinz Herbert Karry ist der FDP-Politiker als «Vorbild» und wirtschaftspolitischen Vordenker gewürdigt worden. «Heinz Herbert Karry trat aus tiefster Überzeugung für eine Politik der Mitte und für die Marktwirtschaft ein», erklärte die FDP-Landesvorsitzende Bettina Stark-Watzinger.

Der damalige hessische Wirtschaftsminister Heinz Herbert Karry in Frankfurt. Foto: Heinz Wieseler/dpa/archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Er habe früh Kontakte nach China geknüpft und erkannt, wie bedeutend eine gute Infrastruktur im Allgemeinen und der Frankfurter Flughafen im Besonderen für die wirtschaftliche Entwicklung Hessens seien. «Deshalb ließ er sich auch von heftigen Protesten nicht beirren und setzte sich für den Bau der Startbahn West ein.»

Der damals 61 Jahre alte hessische Wirtschaftsminister war am Morgen des 11. Mai 1981 in seinem Haus in Frankfurt-Seckbach durch das geöffnete Fenster im Schlaf erschossen worden. Der Mord an dem FDP-Politiker schockte Hessen. Nach der Tat hatten sich die linksradikalen «Revolutionären Zellen» zu dem Attentat bekannt, Täter konnten aber nicht ermittelt werden.

Die Freien Demokraten sähen ihre politische Arbeit in der Tradition Karrys, erklärte Stark-Watzinger. «Heinz Herbert Karry hat stets leidenschaftlich für Freiheit und Demokratie gekämpft.» Die Umstände seines Todes seien bis heute Mahnung, «dass diese Ideale immer wieder verteidigt werden müssen und Extremismus sowie politische Morde niemals hingenommen werden dürfen».

Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) würdigte Karry als «leidenschaftlicher Demokrat, der unser Land geprägt hat». «Sein Bild einer freien Gesellschaft fußte auf einem starken Wertefundament, das durch seine schlimmen Erfahrungen im Nationalsozialismus geprägt war», erklärte der Ministerpräsident. «Der unbedingte Wille, dass es Generationen nach ihm einmal besser gehen sollte, war sein Antrieb.»

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