Registrierung für Impfungen in Hessen für alle ab Juni

17.05.2021 Die Impfkampagne gegen die Corona-Pandemie in Hessen schreitet voran - auch wenn Impfdosen nach den Worten des Innenministers weiter ein knappes Gut sind. Ab Juni werden die Anmeldemöglichkeiten ausgeweitet. Auch die Schülerinnen und Schüler sollen dran kommen.

Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hessen will in der Corona-Impfkampagne von Juni an die Registrierung für alle Bürger öffnen - unabhängig von der Priorisierungsgruppe. Das kündigte die Landesregierung am Montag in Wiesbaden an. Bei der Terminvergabe würden allerdings zunächst noch solche Menschen bevorzugt, die einer der priorisierten Gruppen 1 bis 3 angehören. Solange Impfstoff noch ein knappes Gut sei, verteile das Land die Dosen so zügig und gerecht wie möglich, erläuterte Innenminister Peter Beuth (CDU).

Impfwillige aus den Priorisierungsgruppen 1 und 2 seien nahezu alle geimpft oder hätten zeitnah ihre Termine. Dies sind überwiegend Menschen im Alter von über 70 Jahren sowie Männer und Frauen aus medizinischen Berufsgruppen oder mit bestimmten Vorerkrankungen. Vielerorts würden bereits zahlreiche Personen aus der Priorisierungsgruppe 3 geimpft, erläuterte Beuth. Dennoch werde es in den meisten Teilen Hessens voraussichtlich noch bis in den Juli hinein dauern, bis diese Gruppe größtenteils ihre Impftermine erhalten hat. In die Priorisierungsgruppe 3 fallen unter anderem Menschen im Alter von über 60 Jahren und aus weiteren Berufsgruppen.

Hessen möchte außerdem noch vor den Sommerferien damit beginnen, Schülerinnen und Schülern ab dem 12. Lebensjahr ein Impfangebot zu unterbreiten, damit diese im Idealfall bis zum Start des neuen Schuljahres mindestens einmal geimpft sind. Diese Gruppe umfasst nach Angaben der Landesregierung an den allgemeinbildenden sowie den beruflichen Schulen rund 500 000 Jugendliche.

«Das Impfen der älteren Schülerinnen und Schüler ist ein bedeutender Meilenstein für einen sicheren Schulbetrieb», erläuterte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Es biete eine echte Perspektive, im nächsten Schuljahr «weitgehend zu dem Schulalltag zurückkehren, den wir vor Corona kannten». Der Bund habe zugesichert, den Ländern den erforderlichen Impfstoff zusätzlich bereitzustellen.

Von den derzeit in Deutschland zugelassenen Impfstoffen ist lediglich das Vakzin der Firma Biontech für Menschen ab 16 Jahren zugelassen. Eine Zulassung ab dem 12. Lebensjahr werde in Kürze erwartet, sagte Lorz. Hessen plane die Erstimpfungen der Schüler ab 28. Juni bis zum Beginn der Sommerferien am 19. Juli. Dafür könnten sie sich in den Impfzentren registrieren.

Nach den Worten von Innenminister Beuth soll es auch für einen Erziehungsberechtigten als notwendige Begleitperson ein Impfangebot geben. Kinder- und Jugendärzte würden ebenfalls in die Kampagne miteinbezogen. Wenn ein Kind nicht geimpft ist, brauche es im kommenden Schuljahr dann weiterhin negative Corona-Testergebnisse, um am Unterricht teilnehmen zu können.

Damit möglichst alle Menschen vom Impfangebot erreicht werden, setzt Hessen zusätzlich auf Vor-Ort-Aktionen in bestimmten Vierteln oder speziell für Obdachlose. Nach Absprache mit den kommunalen Spitzenverbänden entscheiden die Kommunen über Art und Umfang dieser Impfaktionen, wie Sozialminister Kai Klose (Grüne) erläuterte. «Impfschutz brauchen und wollen alle. Daher soll der Anspruch auf eine Schutzimpfung so niedrigschwellig wie möglich umgesetzt werden können», erklärte er.

Informationen zur Corona-Schutzimpfung seien in zwölf Sprachen online verfügbar. «Diese werden weiter verstärkt in die Gesundheitsämter und die kommunalen Netzwerke mit Verbänden und Migrantenorganisationen verbreitet, um die Zielgruppe noch besser zu erreichen», kündigte der Minister an.

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