Prozessbeginn nach Tritt gegen Polizisten bei A49-Protesten

25.05.2021 Rund ein halbes Jahr nach den Protesten gegen den Weiterbau der Autobahn 49 im Dannenröder Forst in Mittelhessen muss sich von heute an eine Frau vor dem Landgericht Alsfeld verantworten. Sie soll sich in einem Protest-Camp auf einer Seiltraverse in rund 15 Metern Höhe aufgehalten und einem Polizisten mit einem beschuhten Fuß gegen den Kopf getreten haben. Einem weiteren Beamten soll die Frau ihr Knie ins Gesicht gestoßen haben. Die beiden Polizisten waren bei der Räumung des Waldstücks im Einsatz.

Eine Bronzefigur der Justitia steht mit Waage und Schwert in den Händen auf einem Brunnen. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Frau, deren Identität nach Angaben des Amtsgerichts unbekannt ist, werden unter anderem tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Es ist der erste größere Strafprozess rund um die Proteste gegen das Verkehrsprojekt. Nach dem Vorfall am 26. November vergangenen Jahres war die Frau festgenommen worden, zuletzt saß sie in Frankfurt in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind zunächst fünf Verhandlungstermine angesetzt.

Im Dannenröder Forst nahe Homberg/Ohm sowie im nahe gelegenen Maulbacher Wald (beide Vogelsbergkreis) und im Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) waren Bäume für den Weiterbau der Autobahn gefällt worden. Dagegen protestierten Umwelt- und Klimaschützer, die vor allem im Dannenröder Forst Baumhäuser und zahlreiche Barrikaden errichteten. Diese wurden im vergangenen Herbst schrittweise von der Polizei geräumt. Dabei kam es auch immer wieder zu Zwischenfällen. Die A49 soll einmal Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden.

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