Bätzing zu Kardinal Marx: Respekt, Verständnis und Bedauern

04.06.2021 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hat am Freitag mit Verständnis und Bedauern auf das Rücktrittsangebot von Kardinal Reinhard Marx reagiert. Marx habe «Wegweisendes für die Kirche in Deutschland und weltweit geleistet», sagte Bätzing. In der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sei er eine der tragenden Säulen. «Er wird auch weiterhin gebraucht. Deshalb bedauere ich, dass sich Kardinal Marx zu diesem Schritt entschieden hat.»

Kardinal Reinhard Marx zelebriert die Christmette. Foto: Tobias Hase/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wie das Erzbistum von München und Freising zuvor mitgeteilt hatte, bat Kardinal Marx Papst Franziskus in einem Brief vom 21. Mai darum, «seinen Verzicht auf das Amt des Erzbischofs von München und Freising anzunehmen und über seine weitere Verwendung zu entscheiden».

Bätzing sagte weiter, er sei von Marx zuvor informiert worden. Er nehme diese Entscheidung mit großem Respekt auf. «Kardinal Marx will mit seinem Schritt ein Zeichen setzen und institutionelle Verantwortung persönlich übernehmen, die die Kirche im Zusammenhang mit den Fällen sexuellen Missbrauchs und ihre Vertuschung zu tragen hat.»

Die Verbrechen hätten tatsächlich «systemische Schwachstellen in der Kirche offengelegt, die ebenso nach systemischen Antworten rufen», sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz. Eine ausschließlich juristische Aufarbeitung und Verwaltungsänderungen reichten nicht aus. Marx sehe sein Angebot des Amtsverzichts als persönliche Antwort auf diese Situation. Unabhängig davon müssten die DBK und die Bistümer weiterhin ihrer Verantwortung nachkommen, auf dem 2010 eingeschlagenen Weg der Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs weiterzugehen. Bätzing weiter: «Ich kann die Entscheidung von Kardinal Marx verstehen. Sein Rücktrittsangebot macht deutlich, dass die Kirche in Deutschland den begonnenen Synodalen Weg fortsetzen muss. Papst Franziskus betont selbst, dass er Synodalität und den Synodalen Weg als Unterscheidung für die ganze Kirche wünscht.»

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