Wieder deutlich mehr Corona-Neufälle in MV: Neue Regelung

10.01.2021 Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Mecklenburg-Vorpommern weiter gestiegen. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gilt als Corona-Hochrisikogebiet, der Kreis Ludwigslust-Parchim steht kurz vor der 200er-Schwelle.

Ein Bett auf einer Intensivstation. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Mecklenburg-Vorpommern sind am Wochenende 333 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden, rund 130 mehr als eine Woche zuvor. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mit. Am Samstag waren es demnach 243 weitere Corona-Fälle, am Sonntag 90. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen liegt bei nunmehr 14 769. Als genesen gelten 11 144 Betroffene.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) stieg auf 134,5 an. Am Sonntag vor einer Woche lag dieser Wert laut Lagus noch bei 91,5. Den höchsten Inzidenz-Wert mit 261,6 verzeichnet weiter der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Allerdings stieg die Inzidenz auch im Nachbarkreis Ludwigslust-Parchim auf inzwischen 187,5. Experten rechnen mit einem weiteren Anstieg im Süden, da die Wochen-Inzidenzen in den Nachbarkreisen in Brandenburg noch höher liegen. In Brandenburg liegen derzeit 12 der 14 Kreise und die vier kreisfreien Städte über der kritischen 200er Marke.

An der Seenplatte wurden die bereits strengeren Festlegungen zu einem Ausgangsverbot zwischen 21 Uhr und 6 Uhr sowie dem Einreiseverbot für Hunderte Besitzer von Zweitwohnungen und die Kernfamilien präzisiert. Wie der Kreis am Sonntagabend in einer Verfügung mitteilte, dürfen Besitzer von Zweitwohnungen nun nur noch bis 21. Januar an die Seenplatte kommen. Dann ist es wegen der hohen Infektionszahlen vorerst untersagt.

Damit verbunden sind von diesem Montag an die sogenannte 15-Kilometer-Beschränkung für Einheimische um den Hauptwohnsitz sowie ein Einreiseverbot für Auswärtige für touristische Zwecke und ohne «triftige Gründe.» Mitglieder der Kernfamilien - also Ehegatten, Lebenspartner, Kinder, Eltern, Geschwister, Enkel, Urenkel, Großeltern und Urgroßeltern - dürften ihre Familienmitglieder an der Seenplatte aber besuchen. Triftige Gründe seien auch die Arbeit oder die medizinische Versorgung. Vom 15-Kilometer-Radius ausgenommen sei auch der Einkauf von Waren des täglichen Bedarfs.

Zum Monatsende soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. Der amtierende Vize-Landrat Kai Seiferth betonte, die Maßnahmen sollten konsequent zur Reduzierung der Kontakte dienen. Die Seenplatte gilt als wichtiges Erholungsgebiet.

In ganz Mecklenburg-Vorpommern starben am Wochenende laut Lagus sieben weitere Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion, insgesamt sind es nun 242 Gestorbene im Nordosten. Allerdings lassen sich die Zahlen nicht ohne weiteres interpretieren, weil es über Weihnachten und den Jahreswechsel weniger Tests und zum Teil verzögerte Meldungen gab. Erfahrungsgemäß wird auch an Wochenenden weniger getestet. Die Zahl der in Kliniken behandelten Corona-Patienten nahm am Wochenende im Vergleich zu Freitag nicht zu und blieb bei 318, die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen sank im selben Zeitraum um drei auf 81.

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