Naturschutzbund und DIW kritisieren Nord Stream 2

14.01.2021 Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 kritisiert und dabei auf ein beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Auftrag gegebenes Gutachten verwiesen. Das komme zu dem Schluss, dass es keiner zusätzlichen Transportkapazitäten für Gas bedürfe, heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Durch den Ausbau von Infrastruktur für fossile Energieträger drohe vielmehr eine Verzögerung der Energiewende.

Rohre für den Bau der Erdgaspipeline Nord Stream 2 werden im Hafen Mukran auf der Insel Rügen gelagert. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Erdgas ist als kohlenstoffhaltiger fossiler Energieträger nicht mit einer klimaneutralen Energieversorgung in Einklang zu bringen», heißt es zudem in dem Gutachten. Es bestehe zu fast 100 Prozent aus Methan - einem potenten Treibhausgas.

Nord Stream 2 verwies hingegen auf Berechnungen, die zeigten, dass trotz höherer Einsparziele Deutschland bis in die 2030er Jahre einen nahezu gleichbleibendem Importbedarf an Erdgas habe. Das Projekt sei vollständig genehmigt und mit umfassenden Gutachten namhafter Institute begleitet worden.

Es handele sich offenbar um veraltete Grundannahmen, teilte hingegen Mitautorin des DIW-Gutachtens Claudia Kemfert mit. Fehleinschätzungen bezüglich des Bedarfs fossiler Energieträger seien nicht neu. Mitautorin Franziska Holz schrieb, man beobachte seit vielen Jahren eine Überbewertung der Rolle von Erdgas und eine Unterschätzung der Kostensenkungen bei den erneuerbaren Energien.

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