Mehrere Covid-19-Ausbrüche an Unimedizin Rostock

27.01.2021 Die Hansestadt Rostock hatte von Beginn der Corona-Pandemie an sehr niedrige Infektionszahlen. Doch wie Experten immer gewarnt haben, muss das kein Dauerzustand sein.

Ein Arzt macht einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach Covid-19-Ausbrüchen auf mehreren Stationen hat die Universitätsmedizin Rostock ihre Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verstärkt. Wie der Ärztliche Vorstand Christian Schmidt am Mittwoch mitteilte, sind insgesamt 18 Patienten und 12 Mitarbeiter betroffen. Alle Patienten seien auf zwei auf Infektionskrankheiten spezialisierte Stationen der Inneren Medizin verlegt und die Mitarbeiter in häusliche Quarantäne geschickt worden.

Eine weitere Station wurde frei geräumt, um weitere Patienten aufnehmen zu können. In der gesamten Inneren Medizin würden ab sofort nur noch Notfälle aufgenommen. Nach bisherigen Erkenntnissen seien keine Fälle mit den hochansteckenden mutierten Corona-Varianten dabei. Das Land wolle in Kürze eine zentrale Stelle einrichten, wo mittels Sequenzierung Proben nach Mutanten untersucht werden sollen.

Schmidt bezeichnete das Geschehen als «Mini-Ausbrüche im überschaubaren Umfang». «Uns erwischt jetzt das, was viele Krankenhäuser in Deutschland schon in den letzten Wochen auch erlebt haben. Das kommt jetzt auch in Rostock verzögert an.» In der Hansestadt bewegte sich das Infektionsgeschehen von Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 an auf vergleichbar niedrigem Niveau.

In Ambulanzen und Tageskliniken werde die Patientenzahl nun auf ein vertretbares Minimum reduziert. So sollen die Versorgung von Notfallpatienten und unaufschiebbare Behandlungen gesichert werden. Mitarbeiter auf den aktuell betroffenen Stationen würden vor jeder Schicht einem Schnelltest unterzogen. «Erst wenn der negativ ausgefallen ist, dürfen sie mit der Arbeit beginnen.»

Laut Schmidt sind die aktuellen Infektionswege in den meisten Fällen nicht klar nachzuverfolgen: «Ob Patienten das Virus schon bei der Aufnahme hatten und es noch nicht nachweisbar war oder ob sie sich an Mitarbeitern oder beim Nachbarpatienten infiziert haben, wissen wir nicht.» Allerdings habe es einen sogenannten Index-Patienten gegeben, der bei der Aufnahme einen negativen Abstrichtest hatte. Als er nach fünf Tagen Fieber bekommen habe, sei er erneut abgestrichen worden - mit einem positiven Ergebnis. Dann habe er aber schon die drei Mitpatienten und auch die Krankenschwestern angesteckt.

Die anderen Kliniken im Land berichteten auf Anfrage, dass sie weiter strikte Hygienemaßnahmen beachten: «Wir haben im Zuge des Ausbruchsgeschehens in anderen Einrichtungen insbesondere die Abstandsregelungen in Pausen noch einmal nachgeschärft», hieß es aus dem Helios Hanseklinikum in Stralsund.

Auch am Klinikum Südstadt in Rostock finden noch alle geplanten Operationen statt. «Das kann sich natürlich jederzeit ändern.» Die Sicherheitsmaßnahmen etwa bei der Aufnahme seien nochmal verschärft worden. So würden jetzt alle stationären Patienten zweimal auf Corona getestet, kurz vor und kurz nach der Aufnahme.

«An der Universitätsmedizin Greifswald hat sich die Lage gegenüber Anfang des Jahres etwas entspannt, aber sie bleibt ernst», sagte ein Sprecher. Neben den 37 Covid-19-Patienten gebe es 34 stationäre Verdachtsfälle, für die der Aufwand allerdings ebenso groß wie für die Infizierten ist. Zudem seien alle planbaren und verschiebbaren Eingriffe ausgesetzt.

Das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg setze seit langem strenge Sicherheitsmaßnahmen, wie Zutrittsbeschränkungen, Hygieneregelungen und Testungen durch. «Diese Maßnahmen wurden nicht weiter verschärft», sagte eine Sprecherin.

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