Kliniken beschränken Patientenaufnahme nach Corona-Fällen

29.01.2021 Allen Hygienevorkehrungen zum Trotz bleiben auch Patienten und Mitarbeiter in Krankenhäusern nicht von Corona-Infektionen verschont. Das hat nun in Rostock und Schwerin Konsequenzen für den Klinik-Betrieb.

Ein leeres Bett steht in einer Intensivstation. Foto: Jonas Güttler/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach einer Reihe von Corona-Infektionen bei Patienten und Pflegekräften hat die Universitätsmedizin in Rostock ihr Zentrum für Innere Medizin vorübergehend für weitere Aufnahmen geschlossen. Wie der Ärztliche Klinik-Vorstand, Professor Christian Schmidt, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur sagte, wurden zwölf infizierte Patienten vorsorglich auf die Infektionsstation verlegt.

Dort würden nun insgesamt 38 Corona-Patienten versorgt. Erste Tests vor der stationären Aufnahme seien jeweils negativ ausgefallen. Insgesamt zwölf infizierte Pflegekräfte befänden sich in häuslicher Isolation. «Mit den Vorsichtsmaßnahmen wollen wir verhindern, dass die Infektionen weiter um sich greifen», sagte Schmidt.

Auch die Helios Kliniken in Schwerin zogen am Mittwoch Konsequenzen aus mehreren positiven Corona-Tests auf zwei Stationen. Betroffen seien Patienten und Mitarbeiter. Bis Mittwoch werde die Klinik daher nur noch eingeschränkt Patienten aufnehmen, kündigte ihr Geschäftsführer Daniel Dellmann an. Es würden aber weiter Notfälle behandelt und dringende Behandlungen wie etwa bei Krebspatienten erfolgen. Auch Geburten könnten im Schweriner Kreißsaal stattfinden, die Ambulanzen blieben geöffnet.

In Rostock wurden Patienten, die Kontakt zu nachweislich infizierten Personen hatten, Schmidt zufolge auf einer separaten Station zusammengefasst und stehen unter Beobachtung. Im Bereich der Inneren Medizin würden aktuell knapp 230 Patienten behandelt. Die Universitätsmedizin insgesamt habe rund 1110 Patienten.

Wie Schmidt weiter sagte, wurden mit dem Südstadtklinikum in Rostock und dem Krankenhaus in Wismar Absprachen über die Aufnahme von neuen Patienten getroffen. «Die Kooperation läuft in solchen Fällen rasch und gut. Die Rettungsdienste sind informiert», sagte der Klinikchef. Dringende Notfälle würden aber auch weiterhin an der Unimedizin behandelt. Bis Anfang kommender Woche werde am Zentrum für Innere Medizin eine Extra-Station für neu ankommende Patienten eingerichtet, um Kontakte weiter einzuschränken. Voraussichtlich ab Dienstag würden wieder regulär Patienten aufgenommen.

Laut Schmidt waren zuvor auch in anderen Klinikbereichen vereinzelt Patienten im Behandlungsverlauf sowie Mitarbeiter schon positiv auf Covid-19 getestet worden. Daraufhin seien die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verstärkt und betroffene Angestellte in häusliche Quarantäne geschickt worden. Hinweise auf Ansteckungen mit einer der mutierten Corona-Varianten gebe es bislang nicht.

Auch in Schwerin wurden nach Angaben von Klinik-Geschäftsführer Dellmann infizierte Mitarbeiter in Quarantäne geschickt und betroffene Patienten isoliert. Patienten und medizinisches Personal würden zusätzlich zweimal wöchentlich mit Antigen-Tests getestet. «Ich bin zuversichtlich, dass wir mit diesen Maßnahmen den gewünschten Erfolg erreichen.»

Am Abend teilte auch das Klinikum Karlsburg bei Greifswald mit, dass es wegen infizierter Notfall-Patienten seine Intensivstation für weitere Aufnahmen geschlossen hat. Über das gesamte Wochenende würden keine zusätzlichen Notfälle von Herzpatienten aufgenommen, erklärte Direktor Professor Wolfgang Motz. Die Corona-Patienten auf der Intensivstation würden weiter dort betreut. Das medizinische Personal, das bereits in großer Zahl geimpft worden sei, werde umfassend kontrolliert und getestet. «Zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter werden bis auf weiteres alle planbaren und nicht dringend nötigen Eingriffe eingestellt», teilte Motz weiter mit.

Das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg verschärfte seine Regeln für Patienten und Besucher. Im größten Krankenhaus an der Mecklenburgischen Seenplatte dürfen die Gebäude entsprechend den Vorgaben des Bund-Länder-Beschlusses zum Corona-Lockdown nur noch mit medizinischen Masken betreten werden, wie eine Kliniksprecherin am Freitag sagte. Dazu zählten OP-Masken und ein Mund-Nasen-Schutz, der einen FFP2- oder vergleichbaren Standard habe.

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