Ruhiges und kaltes Winterwetter in MV

07.02.2021 Vom Schneechaos ist Mecklenburg-Vorpommern verschont geblieben. Im Nordosten konnten die Menschen das kalte Winterwetter genießen. Und es bleibt kalt. Schnee ist auch möglich.

Auf dem gefrorenen Kölpinsee sind Spaziergänger und Schlittschuhläufer auf dem Eis unterwegs. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Starker Ostwind und tiefe Temperaturen haben am Wochenende für eisige Verhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern gesorgt. Die Thermometer zeigten minus vier bis minus sechs Grad an, durch den Wind habe sich das aber etwa zehn Grad kälter angefühlt, sagte der Meteorologe Stefan Kreibohm auf der Insel Hiddensee.

Mangels Niederschlägen blieben die Straßen frei und die beiden Polizeipräsidien im Land in Rostock und Neubrandenburg berichteten von ruhigen Verhältnissen ohne witterungsbedingte Unfälle. In Rostock-Gehlsdorf riss der Wind einen Bauzaun um, der drei Autos beschädigte. In Demmin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) platzte eine Drainageleitung aufgrund der Kälte. Wasser lief über den Gehweg bis zur Straße, gefror dort und sorgte auf etwa zehn Metern Länge für eine Rutschbahn. Die Bahn strich aufgrund des Extremwetters in Teilen Deutschlands viele Züge, wovon auch Mecklenburg-Vorpommern betroffen war, etwa auf der Strecke Berlin-Hamburg und Stralsund-Rostock-Hamburg.

Die Menschen nutzten das Wochenende für Winter-Ausflüge. Viele spazierten am Strand der aufgewühlten Ostsee, manche wagten sich trotz Warnungen von Polizei und Behörden aufs Eis von Seen. Viele nutzten die Eisflächen der Müritz und des Kölpinsees in Waren. Bei minus sechs Grad liefen Schlittschuhläufer am Sonntag kilometerweit über den Kölpinsee, der in vielen Uferbereichen hundert Meter weit sehr flach ist. Am Samstag bei Sonne waren es zeitweise bis zu 60 Eis-Ausflügler auf einmal. Eiseinbrüche oder andere Vorfälle wurden bis Sonntagmittag nicht gemeldet, wie ein Sprecher der Polizei sagte.

Auch in Waren an der Kuhtränke, wo es ebenfalls sehr flach ist, nutzten Eisfreunde das bis zu acht Zentimeter dicke Eis und drehten vor der Altstadtkulisse ihre Runden. Weil der starke Ostwind das Eis in der Mitte der Binnenmüritz aufbrach, war jedoch nur etwa 200 Meter weiter offenes Wasser.

Auf der großen Außenmüritz hatte der Sturm schon am Samstag das gesamte Eis vom Osten an das Westufer bei Klink geschoben. Die Müritz friert wegen der großen Wasserfläche von 117 Quadratkilometern und den bei Sturm starken Wasserbewegungen nur selten zu. Auch die Seeadler machten sich das eisige Wetter zunutze. An den Wasserlöchern auf dem Kölpinsee, wo sich Bleßrallen und andere Wasservögel sammeln, jagten die Adler in Gruppen nach Beute.

Im Nordosten soll es auch in den nächsten Tagen kalt bleiben. Für Montag erwartete Kreibohm ähnliches Wetter wie am Sonntag, nach Nachttemperaturen von bis zu minus zehn Grad. In den nächsten Tagen könnte es auch etwas Schneefall geben, sagte er. Im Bereich Rügen/Hiddensee könne es örtlich auch mehr werden.

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