Windenergie: Umspannplattformen Perspektive für Werften

08.03.2021 Die Werften in MV sind als Folge der Corona-Pandemie in einer Krise. Am Ausbau der Offshore-Windenergie in den kommenden Jahren teilzuhaben ist krisensicherer, ist das Windenergie-Netzwerks MV überzeugt.

Auf der Warnow Werft schwimmt die Offshore-Konverterplattform «DolWin gamma». Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Vorsitzende des Windenergie-Netzwerks MV, Andree Iffländer, sieht im Bau von Umspannplattformen eine langfristige Perspektive für den Werftenstandort Mecklenburg-Vorpommern. «Die Werften im Nordosten haben schon bewiesen, dass sie Plattformen in guter Qualität bauen können», sagte Iffländer der Deutschen Presse-Agentur. Die Nordic Yards, Vorgänger der heutigen MV-Werften-Gruppe, hatte zwischen 2010 und 2017 insgesamt vier Umspannplattformen gebaut. Die Kosten für die letzte Plattform «DolWin Gamma» waren damals mit rund 800 Millionen Euro angegeben worden.

Der Bundestag hatte Ende vergangenen Jahres die Ausbauziele bei der Windenergie auf See erhöht - auf 20 Gigawatt für das Jahr 2030 sowie auf 40 Gigawatt für 2040. Um diese 20 Gigawatt zu erreichen, soll bis 2025 eine Leistung von knapp 9,7 Gigawatt ausgeschrieben werden.

Aktuell sind in Nord- und Ostsee Windparks mit einer Gesamtleistung von knapp acht Gigawatt errichtet, wie Iffländer sagte. Da pro Gigawatt Leistung eine Plattform nötig sei, würden rund 30 Plattformen gebraucht. Auch vom Bau der Windparks selbst könne MV im erheblichen Maße profitieren. «Das heißt nicht, dass die Werften keine Schiffe mehr bauen. Sie könnten sich aber breiter aufstellen.»

Eine Zukunft im Zusammenhang mit der Windenergie kann sich auch der Unternehmer Stefan Lindberg für die Werft in Stralsund vorstellen. Ein künftiger Industriepark Stralsund könne Dienstleistungen beim Ausbau von deutschen, aber auch polnischen Offshore-Windparks anbieten, sagte der Geschäftsführer des Stralsunder Werftenzulieferers Task Engineering GmbH. Er denke dabei vor allem an einen Produktionsstandort für Fundamente.

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