Prognose: 2040 weniger Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern

09.03.2021 In Mecklenburg-Vorpommern geht die Einwohnerzahl einer neuen Prognose zufolge in den kommenden 20 Jahren spürbar zurück. Wie aus Berechnungen hervorgeht, die das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung am Dienstag in Bonn veröffentlichte, werden die beiden Landkreise in Vorpommern sowie die Mecklenburgische Seenplatte besonders von dem erwarteten Bevölkerungsschwund bis 2040 betroffen sein. Die Experten gehen für diese ohnehin schon dünn besiedelten Regionen von einem Rückgang zwischen 10 und 20 Prozent aus.

Blick vom Schlossturm auf die Innenstadt von Schwerin. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Weniger stark sinkt demnach die Einwohnerzahl in den westlichen Landkreisen und in Schwerin, vermutlich auch wegen der Nähe zur Metropole Hamburg, deren unmittelbares Umland laut Prognose sogar mit einem Plus rechnen kann. Für Mecklenburg-Vorpommerns größte Stadt und wirtschaftliches Zentrum, Rostock, wird eine gleichbleibende Bevölkerungszahl vorhergesagt. Setzt man für das gesamte Land ein Einwohnerminus von 10 Prozent an, würden im Jahr 2040 noch etwa 1,45 Millionen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern leben.

Der Rückgang ist auch eine Folge der starken Abwanderung junger Leute in den Nachwendejahren. Damit werden weniger Kinder im Land geboren und der Altersdurchschnitt steigt. So wurden im Jahr 2019 mit 12 600 Neugeborenen nur gut halb so viele Geburten registriert wie Sterbefälle (21 700). Noch 1990 lagen den Daten des Statistischen Landesamtes zufolge beide Zahlen nahezu gleichauf.

Für Deutschland prognostiziert das Bundesinstitut einen Rückgang der Einwohnerzahl um knapp 2 Prozent auf etwa 81,9 Millionen. Der Rückgang ist damit laut Experten geringer als von vielen erwartet.

«Der Hauptgrund für die relativ stabile Entwicklung bis 2040 ist die Zuwanderung aus dem Ausland», schreiben die Autoren in der Analyse. 2015 hatte eine stark gestiegene Zahl von Asylsuchenden auch in Mecklenburg-Vorpommern kurzzeitig für eine Trendumkehr gesorgt. Seither geht die Bevölkerungszahl - wie in den meisten ostdeutschen Ländern auch - aber wieder kontinuierlich zurück.

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