MV beim Impfen auf dem drittletzten Platz

11.03.2021 Der Nordosten war beim Impfen anfangs ganz vorn dabei. Inzwischen ist das Land auf den drittletzten Platz im Vergleich der Bundesländer gerutscht. Regierungschefin Schwesig ruft jetzt zum Impfgipfel.

Die Mitarbeiterin einer Klinik wird gegen Corona geimpft. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat Probleme bei der Umsetzung der Impfstrategie eingeräumt. Mit der Öffnung der Corona-Schutzimpfungen für die Kategorie zwei mit chronisch Kranken, Erzieherinnen, Lehrkräften und Polizisten wachse die Zahl der Betroffenen rapide an, ohne dass schon genügend Impfstoff bereitstehe. «Das ist das Kernproblem», sagte Schwesig am Donnerstag im Landtag in Schwerin. Sie kündigte für Samstag einen weiteren Impfgipfel mit Kommunalpolitikern und Hausärzten an, um über mögliche Veränderungen zu beraten.

Nachdem der Nordosten zum Beginn der Impfkampagne schnell am Start war, ist das Bundesland inzwischen auf den drittletzten Platz im Vergleich der Bundesländer zurückgefallen. Am Donnerstag meldete das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock, dass 6,5 Prozent der Bevölkerung die erste Spritze erhalten haben. Im Saarland und in Bremen sind es bereits 7,9 Prozent.

Ziel sei es zwar, Hausärzte möglichst rasch in das Impfregime einzubeziehen. Doch auch da sei das begrenzte Kontingent an Impfdosen der hemmende Faktor und dies werde sich im März auch nicht grundlegend ändern, sagte Schwesig. Zudem erweise sich die Vergabe der Impftermine über die Hotline als «Flaschenhals». Es gelte, pragmatische Lösungen zu finden, damit nicht alle die Hotline anrufen müssten. «Es wird aber nichts daran ändern, dass wir nicht alle Personen, die in der Kategorie zwei sind, sofort impfen können. Das will ich zur Ehrlichkeit sagen. Aber, ich glaube, wir können es wieder besser aufstellen», sagte Schwesig.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) ist es diese Woche zu Lieferverzögerungen beim Astrazeneca-Impfstoff gekommen. Am Dienstag trafen demnach 19 200 Impfdosen in Mecklenburg-Vorpommern ein, die ursprünglich für die vergangene Woche angekündigt waren. Die für diese Woche angekündigte Lieferung von 7200 Dosen sei auf kommenden Montag verschoben worden.

«Es kann trotzdem bislang wie geplant geimpft werden und es mussten bisher keine Termine verschoben werden», erklärte Glawe. Dennoch stelle jede Lieferverzögerung im Ergebnis die Impfzentren in den kreisfreien Städten und Landkreisen vor große Herausforderungen. Der Minister mahnte zu größerer Verlässlichkeit bei den Lieferungen. Die Landkreise und kreisfreien Städte wollen allein in dieser Woche mehr als 2000 Lehrkräfte und Erzieherinnen impfen.

Glawe zufolge stehen im März in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 190 650 Impfdosen für Corona-Schutzimpfungen zur Verfügung. Diese würden zum Großteil auch im Laufe des Monats eingesetzt, versicherte Glawe. Lediglich von den 99 450 Dosen des Impfstoffes von Biontech/Pfizer würden 20 Prozent als Sicherheit für Zweitimpfungen zurückgehalten. Zudem stünden etwa 21 600 Dosen von Moderna und 69 900 von Astrazeneca zur Verfügung.

Zu den Gründen, weshalb das Impftempo in Mecklenburg-Vorpommern nach gutem Start zuletzt deutlich nachgelassen hatte, wollte sich der Minister nicht äußern. «Über Statistiken unterhalte ich mich nicht», antwortete Glawe auf eine entsprechende Frage im Parlament.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin, sagte: «Die sogenannte Impfstrategie der Landesregierung entpuppt sich zunehmend als chaotisch und nicht praktikabel. Die zentrale Terminvergabe funktioniert nicht und die Landkreise nehmen sie folgerichtig selbst in die Hand.» In der ersten Märzwoche seien 18 000 Dosen zu wenig verabreicht worden, obwohl der Impfstoff vorhanden gewesen sei.

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