Mehrjährige Haftstrafe wegen Missbrauchs von Nichten

18.03.2021 Mehr als vier Jahre zog sich der sexuelle Missbrauch von zwei Mädchen hin und weitere acht Jahre dauerte es, bis eines der Opfer den Mut zur Anzeige fand. Der geständige Täter muss nun ins Gefängnis.

Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand auf einem Platz. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wegen jahrelangen sexuellen Missbrauchs zweier Mädchen hat das Landgericht Schwerin einen 49-jährigen Mann aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Die Richter sahen es zum Abschluss des Prozesses am Donnerstag als erwiesen an, dass der Mann zwischen 2008 und 2012 seine beiden Nichten zu sexuellen Handlungen nötigte, wenn sie ihn über das Wochenende in seiner Wohnung besuchten.

Die Kinder waren zu Beginn der Taten sieben und elf Jahre alt. Insgesamt wurde der Angeklagte für 28 Fälle von sexuellem beziehungsweise schwerem sexuellem Missbrauch verurteilt. Der Vorwurf, der Mann habe eine der Nichten Jahre später zweimal vergewaltigt, konnte während des Prozesses nicht aufgeklärt werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und elf Monate, die Verteidigung drei Jahre und sechs Monate Gefängnis beantragt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Mann war nicht vorbestraft.

Im Prozessverlauf hatte der Angeklagte die meisten der ihm zur Last gelegten Straftaten zugegeben, die Vergewaltigungen jedoch bestritten und auch versichert, keine Gewalt angewendet zu haben. Es tue ihm leid, was er getan habe, sagte er.

Das Gericht hielt ihm zugute, dass er mit seinem Geständnis den heute jungen Frauen erspart habe, vor Gericht als Zeuginnen gehört zu werden. Auch habe er während des Prozesses Reue gezeigt, sich bei den Opfern entschuldigt und ihnen 6000 Euro gezahlt. Andererseits habe der 49-jährige das Vertrauen der Familie missbraucht, zu der er ein sehr enges Verhältnis gehabt habe.

Der Verteidiger hatte in seinem Plädoyer darauf hingewiesen, dass die Mutter der Mädchen weitere Besuche der Kinder bei ihrem Onkel zugelassen habe, obwohl sie ab einem gewissen Zeitpunkt von den Übergriffen gewusst habe. Eines der Mädchen hatte erst im Winter 2020 Anzeige erstattet, als es bereits volljährig war. Auch danach hielt die Familie den Angaben zufolge Kontakt zu dem Mann.

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