Backhaus kündigt weitere Renaturierung von Gewässern an

19.03.2021 Die zuletzt extrem trockenen Sommer haben in Erinnerung gerufen, wie wichtig Wasser ist. Die EU dringt hier auf ein nachhaltiges Management und den Schutz des Grundwassers. Es gibt viel zu tun - auch in Mecklenburg-Vorpommern.

Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Agrarminister Till Backhaus in einer Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern. Foto: Stefan Sauer/dpa/archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mecklenburg-Vorpommern will Flüssen und Bächen wieder mehr ihren natürlichen Lauf lassen und die Ufer mit Büschen und Bäumen bepflanzen. Das Land habe dazu vom Bund Flächen von zusammen etwa 2500 Hektar erworben, die entweder an Flussläufen lägen oder als Ausgleichsflächen für betroffene Landwirte eingesetzt werden sollen, sagte Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Freitag. Er äußerte sich nach einer virtuellen Landeskonferenz mit Landwirten, Umweltschützern und Kommunalpolitikern zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie.

Mit den Maßnahmen soll laut Backhaus der natürliche Wasserhaushalt gefördert, der Nährstoffeintrag reduziert und so die Wasserqualität verbessert werden. «Wir haben die Pflicht und Aufgabe, das Wasser zu schützen, denn wir und die kommenden Generationen brauchen es als unverzichtbare Lebensgrundlage.»

Nach Maßgabe der EU müssten bis spätestens 2027 die Gewässer flächendeckend in einem chemisch und ökologisch guten Zustand sein und auch die Belastung des Grundwassers verringert werden. Dies stelle das Land vor enorme Herausforderungen. «Wasser hat ein langes Gedächtnis», mahnte Backhaus. Erhebungen zufolge genügt der überwiegende Teil der Fließgewässer und Seen in Land und fast die Hälfte der Grundwasservorkommen den Vorgaben bislang nicht.

Der Minister erinnerte daran, dass viele der insgesamt etwa 8000 Kilometer messenden Fließgewässer im Land begradigt und ausgebaut wurden, um die landwirtschaftliche Nutzung zu erleichtern. Das habe sich als ökologischer Irrweg herausgestellt. Mit der Wiederherstellung naturnaher Gewässerstrukturen könnten natürliche Lebensgemeinschaften zurückkehren und die Gewässer wieder ihre ökologische Funktionsfähigkeit erlangen.

Mit der angestrebten Senkung der Nährstoffeinträge durch Landwirtschaft und Siedlungen solle zudem die Belastung des Grundwassers spürbar reduziert werden. In die Erneuerung der Klärwerke seien seit 1990 landesweit Investitionen von 2,5 Milliarden Euro geflossen. Mit den nun geltenden verschärften Regelungen des Düngerechts sei zudem ein entscheidender Schritt getan worden, um insbesondere die Nitrateinträge zu senken.

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